Fraunhofer-Gesellschaft

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Bautenschutz durch Funktionalität

Bauphysikalisch optimierte Außenschichten gegen mikrobiellen Bewuchs
 
: Krus, Martin; Fitz, Cornelia; Künzel, Hartwig M.

Venzmer, H. (Hrsg.) ; Deutsches Institut für Normung e.V. -DIN-, Berlin:
Bautenschutz. Innovative Sanierungslösungen
Berlin: Beuth, 2014 (Beuth Forum)
ISBN: 978-3-410-23997-0
ISBN: 3-410-23997-9
S.43-63
Deutsch
Aufsatz in Buch
Fraunhofer IBP ()

Abstract
Verfärbungen von Fassaden aufgrund mikrobiellen Wachstums haben in den letzten Jahren zugenommen. Wände mit Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) sind besonders betroffen, weil ihre niedrige äußere thermische Masse verbunden mit dem hohen Wärmewiderstand der Dämmschicht häufig zu Unterkühlung der Oberfläche führt. Grund dafür ist die langwellige nächtliche Abstrahlung. Die daraus resultierende Betauung auf der unter· kühlten Fassade ist eine entscheidende Feuchtequelle für mikrobielles Wachstum. Um dies zu verhindern, sollte die Betauung möglichst selten vorkommen. Das erreicht man, indem die Perioden der Taupunkttemperaturunterschreitung vermindert werden. Dazu muss die thermische Trägheit der Außenschicht größer sein, was sich durch Beigabe von Phasenwechselmaterialien (PCM) oder durch Anstriche mit abgesenktem langwelligem Emissionsvermögen (Low-E-Anstriche) bewerkstelligen lässt. Nach aktuellem Wissensstand steigt die Gefahr mikrobiellen Wachstums nicht mit der Menge des Tauwassers; für den Beginn mikrobiellen Wachstums ist nur entscheidend, dass auf der Oberfläche überhaupt Wasser zur Verfügung steht. Insofern können saugfähige Untergründe deutliche Vorteile haben. Der Einfluss konkreter Maßnahmen und ihrer Kombination auf das Bewuchsrisiko wird mittels hygrothermischer Berechnungen und in Freilandexperimenten untersucht.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-332377.html