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Klimaschutzszenario 2050. 1. Modellierungsrunde

Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
 
: Eichhammer, Wolfgang

:
Volltext (PDF; )

Freiburg/Brsg.: Öko-Institut, 2014, 438 S.
Deutsch
Studie, Elektronische Publikation
Fraunhofer ISI ()

Abstract
Die wesentlichen Ergebnisse im Überblick:
• 80-90 % Treibhausgasminderung bis 2050 bedeutet eine Reduktion des Einsatzes fossiler Energieträger um bis zu 85 %. Die Stromerzeugung muss einen deutlich höheren Minderungsbeitrag leisten, da die Vermeidung der Nicht-CO2-Treibausgase (vor allem in der Landwirtschaft) an Grenzen stößt.
• Der Anteil erneuerbarer Energien an der inländischen Stromerzeugung muss bis 2050 auf ca. 95 % steigen, um die Ziele zu erreichen. Windkraft und Solarenergie spielen hierbei die wichtigste Rolle.
• Eine Verbesserung der Effizienz in allen Sektoren ist unbedingt erforderlich, um die Klimaschutzziele zu erreichen.
• Der Stromerzeugungssektor sollte zuerst dekarbonisiert werden. Die anderen Sektoren sollten zunächst alle Effizienzpotenziale ausschöpfen und erst dann in Richtung strombasierter Alternativen oder Biomasse umsteuern.
• Die nachhaltigen Biomassepotenziale sind begrenzt. Biomasse sollte deshalb langfristig (nach 2030) nur in den Sektoren eingesetzt werden, in denen wenig klimaneutrale Alternativen zur Verfügung stehen - also vor allem im Verkehrs- und Industriesektor.
• Um eine Treibhausgasminderung von 80 % zu erreichen, müssen auch die Ziele des Energiekonzepts zum Ausbau von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz eingehalten werden. Für eine Treibhausgasminderung von 90% oder mehr müssen die Ziele sogar übertroffen werden.
• Ambitionierte Zwischenziele für die Jahre 2020-2040 sind notwendig, damit die langfristigen Ziele erreicht werden können. In den ersten Dekaden sind möglichst zügige Minderungsmaßnahmen erforderlich, da zusätzliche Minderungen ab einem gewissen Dekarbonisierungsgrad immer schwieriger zu erreichen sind.
• Deutschland weist seit Jahren eine Schwäche bei den Investitionen auf. Ambitionierte Klimapolitik unterstützt diese Schwäche zu mildern. Die jährlichen Investitionen werden durch Klimapolitik um 40 bis 50 Milliarden Euro angehoben, was einem Anstieg um rund ein Viertel entspricht. Rund 20 bis 25 Milliarden Euro entfallen davon auf Maßnahmen zur energetischen Sanierung der Gebäude.
• Die ökonomische Analyse zeigt, dass die beschriebene Strategie aus Effizienzpolitik plus erneuerbarem Strom (nahe 100 %) plus Produktinnovation eine No-regret-Strategie darstellt, die sich für Deutschland langfristig auszahlen würde.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-327849.html