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Wandel in der Verbindungstechnik. Der Schließringbolzen im Stahlbau

 
: Glienke, Ralf

Deutsches Ingenieurblatt 21 (2014), Nr.7/8, S.12-19
ISSN: 0946-2422
Deutsch
Zeitschriftenaufsatz
Fraunhofer IPA ()
Fügeverfahren; Schließringbolzen; Verbindungstechnik; Fügen; Stahlbau

Abstract
Das Fügen von Bauteilen und Baugruppen ist in vielen Herstellungsprozessen ein bedeutsamer Bearbeitungsschritt, der unmittelbar Einfluss auf die Qualität und die Kosten eines Produktes hat. Der Auswahl geeigneter Fügeverfahren wird daher eine zentrale Bedeutung beigemessen. Die Wahl des Fügeverfahrens hängt allerdings von einer Vielzahl von Faktoren ab, welche die Wirtschaftlichkeit und die Güte der Verbindung beeinflussen. Schließringbolzensysteme besitzen gegenüber klassischen Schraubenverbindungen entscheidende Vorteile: Die Vorspannkraft wird bedienerunabhängig, ohne Gegenhalten und ohne vorherige Konditionierung der Verbindungselemente (Schmierung etc.) mit äußerst geringen Streuungen von max. ± 5 % eingebracht. Weitere Vorteile ergeben sich bezüglich der hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit, der Schwingfestigkeit bei Zugbeanspruchung und der simplen Inspektion der Vorspannkraft durch Sicht- oder Lehrenprüfung, um eine Auswahl zu nennen. Einheitliche Bemessungsregeln fehlten bislang, was der Weiterverbreitung und der sicheren Anwendung dieser Fügetechnologie entgegenstand. Die Wissenslücke zur herstellerübergreifenden Schließringbolzenbemessung für die Technikbereiche des Stahl- und Maschinenbaus konnte geschlossen werden. Dies wurde in diesem Beitrag am Beispiel für Scherverbindungen der Kategorien A bis C nach Eurocode 3 vorgestellt. Die vollständigen Bemessungsregeln sollen zukünftig in das DVS/EFB-Merkblatt 3435-2, mit dessen Veröffentlichung im I. Quartal 2015 gerechnet wird, Einzug halten und die Einsatzgebiete für Schließringbolzen erweitern. Für die bauaufsichtliche Verwendbarkeit gilt derzeit noch die Zulassungsregelung. Für Schließringbolzen im Nenndurchmesserbereich 12 mm bis 25,4 mm (FK 10.9) nach Z-14.4-591 [33] können Stahltragwerke nach Eurocode 3 analog zur Schraubenverbindung bemessen werden. Die Vorteile der Schließringbolzentechnologie werden aktuell für Gittermasten von WEA großer Nabenhöhen genutzt, um wartungsfreie Verbindungen im Sinne der DIBt-Richtlinie für WEA zu erzeugen. Ein Beispiel stellt die Errichtung von drei Gittermasten (Nabenhöhe 100 m) für WEA mit gleitfesten Schließringbolzenverbindungen aus dem Jahr 2013 dar.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-304023.html