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Screening von biogenen Abfallsubstanzen zur Umwandlung in Benzin- und Dieselkraftstoffe durch katalytisches Cracken

 
: Heil, Volker; Dresen, Boris; Camara, Harouna; Chahid, S.; Fastabend, A.; Hiebel, M.; Juricev-Spiric, M.; Kraft, A.; Meller, K.; Krzanowski, M.; Menne, A.; Stiel, F.; Unger, C.; Würth, J.

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Volltext (PDF; )

Thrän, D. ; Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit -BMU-, Berlin; Deutsches BiomasseForschungsZentrum -DBFZ-, Leipzig:
Alternative Verfahren zur Herstellung von Biokraftstoffen aus Reststoffen : Abgeschlossene Vorhaben im BMU-Förderprogramm
Leipzig: DBFZ, 2013 (BMU-Förderprogramm "Energetische Biomassenutzung". Schriftenreihe 13)
S.23-31
Deutsch
Aufsatz in Buch, Elektronische Publikation
Fraunhofer UMSICHT Oberhausen ()
katalytisches Cracken; Kraftstoff

Abstract
Reststoffe und Koppelprodukte biobasierter Öle und Fette lassen sich mittels katalytischen Crackens an Aktivkohle zu flüssigen Treibstoffkomponenten umsetzen, die aus fossilen Diesel- und Benzinkraftstoffen bekannt sind. Dies zeigt das Projekt "CRACKEN" in zwei verschiedenen Maßstäben auf. Geeignete Einsatzstoffe sind beispielsweise Havarie- und Dekanterfette aus der Ölpflanzenverarbeitung, Altfette aus der Gastronomie und Lebensmittel verarbeitenden Industrie sowie Produktionsrückstände aus der Fettsäureherstellung. Hier konnten massenbezogen bis zu 68 % und energiegehaltbezogen bis zu 80 % Ausbeute erzielt werden. Eine Potenzialstudie weist Abscheiderinhalte, Altspeisefette, ranzig gewordene Öl- und Fettrestmengen sowie Sludge Oil als Reststoff aus der Palmölherstellung als technisch und wirtschaftlich geeignetste Einsatzstoffe für das katalytische Cracken aus.
Es konnte gezeigt werden, dass sich gasaktivierte Aktivkohle durch Reaktivierung mit Wasserdampf als Katalysator für das untersuchte Verfahren zurückgewinnen lässt. Dabei konnten insbesondere im Bereich der für das katalytische Cracken besonders wichtigen Mikroporen teils Kenngrößen erzielt werden, welche diejenigen der Ausgangs-Aktivkohle noch übertreffen. Für gemischtes Altfett und Havariefett als Substrat konnten die im Labormaßstab entwickelten Rezepturen erfolgreich in den Technikumsmaßstab umgesetzt werden. Zur Abschätzung der Klimawirkungen des Verfahrens wurde das erzeugte Flüssigprodukt mit einer Mischung aus fossilem Diesel- und Otto-Kraftstoff verglichen, welche der Produktzusammensetzung des katalytischen Crackens entspricht. Unter der Voraussetzung vollständiger anlageninterner Stoffnutzung und Energieintegration lassen sich Treibhausgaseinsparungen durch das Verfahren von bis zu 84 g CO2-Äquivalenten/MJProdukt ausweisen. Das entspricht einer Reduktion von bis zu 99 % gegenüber fossilen Kraftstoffen.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-264814.html