Fraunhofer-Gesellschaft

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Serviceorientierte Architekturen mit Web Services

 
: Lebender, M.; Höß, O.; Weisbecker, A.

Weisbecker, A.; Renner, T.; Noll, S.:
Electronic Business. Innovationen, Anwendungen und Technologien
Stuttgart: Fraunhofer IRB Verlag, 2004
ISBN: 3-8167-6621-8
ISBN: 978-3-8167-6621-6
S.182-194
Deutsch
Aufsatz in Buch
Fraunhofer IAO ()

Abstract
In den aktuellen Publikationen zu Softwarearchitektur und -entwicklung kristallisiert sich ein Haupttrend heraus, der mit dem Stichwort »Service-oriented architectures (SOA)«, d. h. dienste- bzw. serviceorientierte Architekturen, bezeichnet wird. Die dahinter stehende Grundidee ist dabei nicht revolutionär neu: Ein Softwaresystem stellt seine Funktionalitäten einem anderen Softwaresystem in Form von Diensten zur Verfügung, so dass dieses die Funktionalität ebenfalls nutzen kann. Diese Bereitstellung geschieht meist in Form von Komponenten oder Objekten, für die es entsprechende Schnittstellenbeschreibungen und Aufrufmechanismen gibt. Die Anbieter der Dienste sind den Dienste-Nutzern dabei i. d. R. im Voraus bekannt. Dieses Prinzip liegt zum Beispiel auch CORBA, J2EE oder .NET zugrunde, im Prinzip allen komponenten- bzw. objektorientierten Technologien, mit denen bis heute verteilte Softwaresysteme implementiert werden.
Das Neue bei SOA ist der Aspekt der »losen, dynamischen Kopplung«. Die bisherigen Technologien setzen auf dem Ansatz der engen Kopplung auf, d. h. um beispielsweise die Funktionalitäten eines auf CORBA basierenden Systems nutzen zu können, muss die nutzende Applikation ebenfalls auf CORBA basieren und die aufzurufenden Komponenten und Schnittstellen kennen. Zwar gibt es durchaus Brücken von der einen Technologie zur anderen, diese sind jedoch sehr spezifisch.
In der Praxis ruft daher eine Änderung der Schnittstellentechnologie beim Dienste-Anbieter (Service Provider) einen hohen Änderungsaufwand beim Dienste-Nutzer (Service User) hervor. Eine lose Kopplung wird erreicht durch den Einsatz von technologieunabhängigen Spezifikationen, wie beispielsweise Web Services. Web Services abstrahieren von der zugrundeliegenden Technologie und stellen eine abstrakte, standardisierte Schnittstellenbeschreibung sowie Aufrufmechanismen zur Verfügung. Durch diese Abstraktion wird auch die Problematik des Änderungsaufwands bei einem Technologiewechsel des Service Providers reduziert.
Die nachfolgenden Abschnitte stellen die Prinzipien von serviceorientierten Architekturen sowie die damit in Zusammenhang stehenden Grundspezifikationen der Web Services vor. Ein zweiter Schwerpunkt dieses Beitrags ist der Einsatz von serviceorientierten Architekturen insbesondere im zwischenbetrieblichen Geschäftsverkehr und den daraus resultierenden Anforderungen an die SOAs, insbesondere bzgl. Transaktionen und der Nutzung unterschiedlicher Services unterschiedlicher Provider. Den Abschluss bildet eine kurze Zusammenfassung und einer Darstellung der aktuellen Herausforderungen in diesem Themengebiet.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-26126.html