Fraunhofer-Gesellschaft

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Rapid Product Development. Herstellung und Prüfung komplexer Bauteile

5. Anwenderforum, 6.-7. September 2000, Stuttgart
 
: Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung -IPA-, Stuttgart

Stuttgart, 2000
Anwenderforum Rapid Product Development <5, 2000, Stuttgart>
Deutsch
Tagungsband
Fraunhofer IPA ()
rapid product development; Rapid Prototyping; virtuelles Produkt; Produktentwicklung

Abstract
Vor allem in der Automobilbranche ist der Weg von der Idee zum Produkt in den letzten Jahren stetig kürzer geworden - begleitet von immer höher werdenden Anforderungen an die Qualität und einem zunehmenden Preiskampf am Markt. Grund genug für die Referenten, auf diese Entwicklung einzugehen. Sie sahen insbesondere im Bereich der Simulation Einsparungspotenziale. Anstatt wie bisher für Einbau-, Kollisions- und Belastungsanalysen physische Modelle zu erzeugen, könnten in vielen Fällen auch komplexe Datenmodelle und Hardware aus dem High-End-Bereich solche Dinge im virtuellen Raum simulieren, waren sich mehrere Redner einig. Diese »virtuelle Produktentwicklung« reduziere Abstimmungs- und Änderungsschleifen. Neben dem bereits etablierten Rapid Prototyping, das weiterhin große Fortschritte macht, setzt sie sich zunehmend als unterstützendes Element im Produktentstehungsprozess durch.
Das Anwenderforum Rapid Product Development entstand aus den Anwenderverbünden »Rapid Prototyping« und »Volumenabtasten« heraus, welche Mitarbeiter des Fraunhofer IPA ins Leben gerufen haben und auch weiterhin leiten und betreuen. Auch in seinem fünften Jahr erfreut sich das Anwenderforum noch immer großer Beliebtheit. »Mit über 250 Gästen, Ausstellern und Referenten haben wir das Ergebnis des letzten Jahres weit übertroffen,« resümiert Organisator Nico Blessing. Den Tagungsgästen wurde ein Programmmix aus Rapid Prototyping (RP) und virtueller Produktentwicklung geboten, ergänzt durch Beiträge aus dem Bereich Mess- und Prüftechnik. In den einführenden Vorträgen am Morgen der Veranstaltung gaben fünf Referenten anhand von Beispielen Einblick in ihre Erfahrungen mit dem Product Lifecycle Management und der Integration softwaretechnischer Hilfsmittel wie SAP R/3 und MatrixOne.
8 weitere Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft gestalteten die Workshops am Nachmittag: Workshop A beschäftigte sich mit der Mess- und Prüftechnik. Ein Schwerpunkt war hier in diesem Jahr der industrielle Einsatz von Computertomographen. Bislang fast ausschließlich in der Medizin bekannt und eingesetzt, machen neue Entwicklungen in Sachen Schnelligkeit, Auflösung und Genauigkeit, die Computertomographie (CT) mittlerweile auch für Anwendungen in der Industrie interessant. So setzt die BMW AG, Landshut, seit letztem Jahr in ihrer Gießerei zur Lunkerprüfung einen Computertomographen ein. Auch der Automobilzulieferer Rautenbach Aluminiumguß, Wernigerode, verwendet CT, um Zylinderköpfe und andere Gussteile zu prüfen. In Workshop B zum Thema Rapid Prototyping/Rapid Tooling wurde eine ganze Palette neuer Materialien und Verfahren mit verschiedensten Eigenschaften und Einsatzgebieten vorgestellt: vom 3-D-Keltool der Firma 3D-Systems, Darmstadt, über das »Magic Fixture«-Verfahren von Materialise, Leuven, Belgien, mit dem sich RP-Bauelemente herstellen lassen, die große Blechteile während des Vemessens unterstützen, bis zur Produktion metallischer Prototypen mit der Anlage EOSINT M von EOS, Planegg. Gelegenheit zu einem Dialog mit den Anlagenherstellern bot Workshop C. Sie informierten hier über konkrete Einsatzmöglichkeiten und Neuerungen bereits auf dem Markt erhältlicher Anlagen, Materialien und Verfahren. Die Teilnehmer des Workshops konnten im Gegenzug auch eigene Anregungen und Wünsche einbringen. Workshop D stellte einen Teil der virtuellen Produktentwicklungskette dar. Hier präsentierten Hard- und Softwarehersteller ihre Produkte aus dem Spektrum Simulation, FE-Untersuchungen, Visualisierung, EDM, PDM etc. und zeigten individuelle Lösungsansätze für den jeweiligen Industriekunden auf. Eine Ausstellung, bei der 23 Firmen und Institute neueste Technologien und Trends präsentierten, ergänzte die Tagung. So stellte das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, Jena, seinen »Kolibri« vor: ein selbstkalibrierendes optisches 3D-Messsystem, das auf grammetrischen Methoden basiert. Eine weitere technische Neuheit präsentierte die TU Dresden. Sie zeigte ein autostereoskopisches 3-D-Display, das dem Betrachter uneingeschränktes Sehen ohne Brillen oder ähnliche Hilsmittel ermöglicht und wie ein herkömmlicher Monitor an einen PC angeschlossen werden kann.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-2501.html