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Virtuelle Biopsie durch elektrische Impedanzspektroskopie in Ösophaguskarzinomen

 
: Borgulya, M.; Kurz, C.; Knoll, T.; Velten, T.; Vieth, M.; Pech, O.

:

Layer, P. ; Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten -DGVS-; Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie -DGAV-, Berlin:
67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten mit Sektion Endoskopie 2012. Abstracts : 6. Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie gemeinsam mit den Arbeitsgemeinschaften der DGAV ; Viszeralmedizin 2012; 19. - 22. September 2012, Hamburg
Stuttgart: Thieme, 2012 (Zeitschrift für Gastroenterologie 50.2012, Nr.8)
Paper K258
Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten mit Sektion Endoskopie (Jahrestagung) <67, 2012, Hamburg>
Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (Herbsttagung) <6, 2012, Hamburg>
Deutsch
Konferenzbeitrag, Zeitschriftenaufsatz
Fraunhofer IBMT ()

Abstract
Hintergund: Das Auffinden von neoplastischen Läsionen in der Speiseröhre kann auch für erfahrene Endoskopiker schwierig sein. Die Detektion von frühen neoplastischen Veränderungen ist aber entscheidend für die weitere Therapie. Die Impedanzspektroskopie ist ein neues Verfahren zur Charakterisierung von Gewebe in vivo. Die elektrische Leitfähigkeit von Gewebe verändert sich während der Ausbildung von Metaplasien und Dysplasien im Ösophagus. Diese für jedes Gewebe spezifische, elektrische Eigenschaft kann durch die elektrische Impedanzspektroskopie gemessen werden.
Ziel dieser Studie war es den epithelialen Wiederstand an verschiedenen Gewebearten im Ösophagus mithilfe der neuen Impedanztechnik zu messen und mit der Histologie zu korrelieren.
Patienten und Methoden: 17 Patienten mit Barrettfrühkarzinom und 6 Patienten mit Plattenepithelfrühkarzinom die für eine endoskopische Resektion vorgesehen waren, wurden in diese prospektive Pilotstudie eingeschlossen. Unmittelbar nach der Resektion wurde an dem Präparat mit einer Stiftsonde (5mm Durchmesser mit 4 Goldelektroden) die Impedanz über 17 Frequenzen von 102Hz bis 106 Hz gemessen. Insgesamt wurden 54 Messungen durchgeführt. Nach jeder Messung erfolgte eine Stanzbiopsie (5mm Durchmesser) an der zuvor gemessenen Stelle. Die Ergebnisse der Impedanzmessung wurden anschließend mit dem histologischen Ergebnis verglichen.
Ergebnisse: Elektrische Impedanzspektroskopie konnte sicher zwischen neoplastischem und nicht-neoplastischem Gewebe bei Barrettösophagus (p<0,05) und in Plattenepithel (p<0,004) unterscheiden (Genauigkeit 82% in Barrettösophagus und 100% in plattenepithelialem Ösophagus, weitere Details siehe Tab.1. Die Sensitivität und Spezifität der neuen Technik lag bei 97,44% und 66,67%.
Schlussfolgerung: Im Rahmen dieser prospektiven Pilotstudie konnte nachgewiesen werden, dass die Impedanztechnologie zwischen Plattenepithel und Barrettepithel unterscheiden kann. Darüber hinaus konnten mithilfe der neuen Technik auch neoplastische Läsionen von nicht neoplastischem Gewebe unterschieden werden. Studien zur in vivo Messung von neoplastischen Läsionen im Ösophagus mit einer endoskopisch einsetzbaren Sonde sind geplant.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-243504.html