Fraunhofer-Gesellschaft

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Innovation - Kann der Prozess überhaupt beherrscht werden?

 
: Warnecke, H.-J.

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung -IPA-, IPA Slovakia; FH Ulm:
Inovace 2004 : Zbornik prednasok z medzinárodnej konferencie Inocae 2004. 11.-12.6. 2004, Slaný, Ceska republika. Proceedings from the International Conference Innovations 2004. 11th-12th June 2004, Slaný, Czech Republic
Zilina, 2004
ISBN: 80-88948-08-8
S.17-18
Inovace <2004, Slaný, Tschechien>
International Conference Innovations <2004, Slaný, Tschechien>
Deutsch
Konferenzbeitrag
Fraunhofer IPA ()
Fraunhofer ZV
Vorwort; Innovation

Abstract
Innovation heißt: ein neues Produkt, ein neuer Zustand, eine neue Situation ist erreicht; wobei etwas Altes, Vorhandenes, Bewährtes abgelöst wurde. Dazu muss von der Erkenntnis, der neuen Idee bis zum Markt, bis zum Kunden der Innovationsprozess durchlaufen werden. Die Akzeptanz des Abnehmers/ Anwenders entscheidet über den Erfolg einer Innovation. Dabei werden in der Regel 10% der gesamten Kosten vom Staat, 90% von der Wirtschaft eingebracht.
Innovationen sind die vielen kleinen Verbesserungen wie sie täglich in der Wirtschaft, in den Betrieben, stattfinden und die wenigen großen, die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft beeinflussen. Nur wenige, wie Dampfmaschinen, Eisenbahn, Dampfschiff, Dynamo, Benzin- und Dieselmotor, Flugzeug, Halbleiter haben in den vergangenen zwei Jahrhunderten stattgefunden, der Innovationsprozess dauerte Jahrzehnte.
Innovationen brauchen Freiheit, die Innovationsprozesse sind nicht zentral steuerbar, bedingen Akzeptanz von Risiko und Mut zum Wagnis, denn nicht alles Neue wird ein Erfolg.
Auch eine Unternehmensgründung ist eine Innovation im Wirtschaftsgeschehen einer Region, wenn sie erfolgreich ist und überlebt.
Heute sieht man Unternehmensgründungen als besonders wichtig an, weil sie Arbeitsplätze schaffen, große Unternehmen verlagern Arbeitsplätze zunehmend im Ausland in ihren Märkten.
Heutige Innovationen haben häufig eine negative Wirkung auf die Zahl der Arbeitsplätze und Beschäftigung. So geht der Anteil der in der Industriebeschäftigten von 45% (1960) auf 25% (in diesen Jahren) zurück.
Forschung ist eine notwendige Voraussetzung für Innovationen, sie ist aber nicht hinreichend. Andere Einflüsse müssen gleichzeitig hinkommen:
- Erfindungen und Patente,
- Qualifikation der Bevölkerung,
- Motiviation der Bevölkerung,
- Unterstützung der Regierung (Machtpromotor),
- Unterstützung der Regionen.
Jede Innovation verdrängt/zerstört Vorhandenes und Bewährtes. Darum ist es auch so schwer, vorherzusagen, ob etwas Neues eine erfolgreiche Innovation wird.
Neben der Förderung von Forschung und Entwicklung in Forschungsinstitutionen und Universitäten kann die Regierung zum komplexen Innovationsgeschehen beitragen durch Vermeiden der Behinderung durch Auflagen, Gesetze und Richtlinien, durch Senken der Steuern, damit den Unternehmen Finanzkraft für Investitionen bleibt sowie durch Förderung der Akzeptanz des Neuen und kurze Genehmigungszeiten. Jedes Unternehmen sollte sich siene Innovationsstrategie überlegen. Dabei ist die Frage - auch bei der staatlichen Forschungsförderung, soll man die Mittel fokussieren auf wenige Projekte, mit der Chance der Innovation - eine Vorhersage ist schwierig - oder viele kleine Projekte, um Vieles anzuschieben.
Wenn man eine realitätsnahe Vision und eine Strategie für den Weg dahin hat, hat man die Chance, die Zukunft - zunächst in seinem Bereich - mit zu gestalten.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-21620.html