Fraunhofer-Gesellschaft

Publica

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen aus den Fraunhofer-Instituten.

Untersuchung des Einsatzes von IR-Kamerasystemen für die Qualitätssicherung im Fertigungsprozess Kleben am Beispiel der Überwachung des Aktivator-/Primerauftrags

Schlussbericht für den Zeitraum: 01/05/2008 - 30/04/2010. Förderkennzeichen AIF 15648 N/1
 
: Markus, S.
: Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung -IFAM-, Bremen

:
Volltext (PDF; )

Bremen, 2010, 52 S.
Deutsch
Bericht, Elektronische Publikation
Fraunhofer IFAM ()

Abstract
Ziel des Forschungsprojektes war die Entwicklung eines multisensorischen RFID-Transponders, der neben der Identifikation eine zusätzliche Überwachung und Steuerung von logistischen Prozessen ermöglicht. Hierzu muss der Transponder in der Lage sein, mechanisch-klimatische Belastungen - wie sie in logistischen Prozessen auftreten - nicht nur unbeschadet zu überstehen, sondern auch zu analysieren. Zu diesem Zweck wurden die typischen logistischen Prozesse auf Belastungsgrößen hin untersucht und diese als Grundlage zur Bestimmung geeigneter Sensoren verwendet. Es wurden Untersuchungen durchgeführt, welches Frequenzband sich für multisensorische Transponder in diesen Prozessen besonders eignet. Dabei wurde festgestellt, dass Transponder mit einer Übertragungsfrequenz von 2,45 GHz kaum geeignet sind, da sie technologiebedingt ausschließlich aktiv senden können und ihr Energiebedarf daher als zu hoch einzuschätzen ist. Als besonders zweckmäßig haben sich hingegen semiaktive HF- (13,56 MHz) und UHF-Transponder (868 MHz) erwiesen. Zur Integration mehrerer Sensoren musste ein Transponder-IC gefunden werden, der über die notwendigen Schnittstellen verfügt. Es wurde geprüft, welche Schnittstellen für die Kommunikation besonders günstig und welche Datenprotokolle einzusetzen sind. Die ausschließliche Verwendung analoger Sensoren ist für multisensorische Transponder nicht geeignet, da die Anzahl der Messprinzipien sehr groß ist und teilweise spezielle Anpassungen des Platinenlayouts erforderlich wären. Für die Anbindung von Sensoren mit digitalem Interface kommen nur die Bussysteme SPI und 12C in Frage. Neben den Bussystemen wird ein Kommunikationsprotokoll benötigt, wobei mit dem geplanten Standard IEEE 1451.7 bisher nur Ansätze existieren, so dass im Rahmen des Projektes auf proprietäre Verfahren zurückgegriffen werden musste. Mit Unterstützung aus dem Projektbegleitenden Ausschuss konnten Funktionsmuster jeweils eines HF- sowie eines UHF-Transponders entwickelt werden, die mit identischen Sensoren ausgestattet werden können. In umfangreichen Labor- und Praxisuntersuchungen wurden die Muster auf ihre Nutzbarkeit hin untersucht. Hierbei konnte gezeigt werden, dass multisensorische RFID-Transponder aus technischer Sicht als sinnvolle Ergänzung bzw. als Ersatz für kabelgebundene Datenloggersysteme gesehen werden können. Eine wirtschaftliche Betrachtung konnte nur als Szenario durchgeführt werden, da der Preis marktreifer multisensorischer Transponder noch nicht feststeht und monetäre sowie nicht monetäre Nutzenfaktoren in den untersuchten Prozessen im Rahmen des Projektes aufwandsbedingt nicht zu bestimmen waren.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-202061.html