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Eine Architektur zur optimistischen Integration von KMU-Wertschöpfungsnetzwerken

 
: Kokemüller, Jochen

:
Volltext (PDF; )

Heimsheim: Jost-Jetter Verlag, 2011, 183 S.
Zugl.: Stuttgart, Univ., Diss., 2011
IPA-IAO Forschung und Praxis, 514
ISBN: 978-3-939890-85-0
URN: urn:nbn:de:bsz:93-opus-69213
Deutsch
Dissertation, Elektronische Publikation
Fraunhofer IAO ()
Wertschöpfung; Netzwerk; kmU; kleine und mittlere Unternehmen

Abstract
In dieser Arbeit wurde eine Integrationsarchitektur speziell für die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen entworfen. Hierfür wurden die Gründe, welche der Integration in KMU-Wertschöpfungsnetzwerken entgegenstehen, untersucht. Als zentrale Barrieren wurden die hohen Kosten für Integrationsprojekte, die mangelnde Autonomieerhaltung der Wertschöpfungspartner, komplexe Standards, nicht für die Integration vorbereitete Legacy-Anwendungen sowie ein fehlendes Dienstleistungsangebot für diese Anwendergruppe identifiziert.
Das Konzept der Integrationsarchitektur VIANA sieht daher eine dezentrale Integration für Wertschöpfungsnetzwerke vor. Standardisiert wurde die Architektur mit dem Fokus auf eine hohe Wiederverwendung von softwaretechnischen Komponenten und der Autonomie-erhaltung der beteiligten Unternehmen.
Die zentrale Innovation der Integrationsarchitektur VIANA besteht darin, dass sie nicht von einer zentralen Integrationskomponente abhängt, gleichzeitig jedoch die Abstraktion bereitstellt, die ein zentraler Dienst bietet. Durch die Verwendung von teilweise standardisierten Konnektoren, zur Realisierung der Integration in einem dezentralen P2P-Netzwerk, bleiben die integrierten Informationssysteme zur Laufzeit autonom. Weiterhin hat eine Änderung eines integrierten Informationssystems nur minimale Auswirkungen auf das gesamte Integrationsnetzwerk.
Erreicht wird dies durch optimistische Integration. Hierbei werden Objekte zwischen heterogenen Informationssystemen materialisierend integriert. Der Autonomieerhaltung wird durch mehrere Aspekte Rechnung getragen. Durch optimistische Integration werden Objekte sperrenfrei zwischen Informationssystemen ausgetauscht. Die sperrenfreie materialisierende Integration erhält die Autonomie der Datenzugriffsschicht der integrierten Systeme. Ferner wurde Flexibilität in der Wahl von Datenaustauschstandards ermöglicht. Konfliktsituationen wurden analysiert und Maßnahmen zu ihrer Verhinderung oder Behebung wurden ergriffen. Insbesondere wurde dies durch die Verwendung von globalen IDs und Operations-IDs erreicht. Zur manuellen Konfliktbehebung wurde eine Benutzungs-schnittstelle realisiert.
Die Integrationsarchitektur wurde implementiert und in einem realen Szenario für Handelsvertreter angewendet. Die Implementierung wurde weiter in ihrem Laufzeitverhalten analysiert. So konnte die Realisierbarkeit gezeigt und das Konzept evaluiert werden.
Durch die Evaluation konnte gezeigt werden, dass das Konzept die geforderten Anforde-rungen erfüllt und daher einen Ansatz darstellt, die beschriebenen Barrieren zu adressieren. Wie für Softwaresysteme allgemein und spezieller Integrationsarchitekturen hängt ihre Akzeptanz jedoch von weiteren Faktoren ab, etwa der Beziehung zum Dienstleister und Softwarehersteller, sowie deren Geschäftsmodellen. Durch die Erfüllung der Anforderungen von KMU-Wertschöpfungsnetzwerken kann jedoch davon ausgegangen werden, dass VIANA für diesen Anwendungsfall besser geeignet ist als bestehende Systeme.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-192595.html