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Formaldehydabgabe von mit formaldehydhaltigen Bindemitteln (unmodifizierte und modifizierte Harnstoff-Formaldehydharze unter Einsatz verschiedener Härtungsbeschleunigersysteme, Melamin-Harnstoff-Formaldehydharze, Tannin-Formaldehydharze) hergestellten Spanplatten und mitteldichten Faserplatten in Abhängigkeit von der Plattenfeuchte

AiF-Vorhaben-Nr. 11633 ; Schlußbericht für den Zeitraum: 01.08.1998 bis 31.12.2000
 
: Roffael, E.; Dix, B.

Braunschweig, 2000, 57 S. : Ill.
Reportnr.: AiF 11633
Deutsch
Bericht
Fraunhofer WKI ()

Abstract
Ziel des Forschungsvorhabens war es, die Beziehung zwischen dem Feuchtegehalt von Spanplatten und mitteldichten Faserplatten (MDF), die mit unmodifizierten und modifizierten Harnstoff-Formaldehydharzen (UF-Harzen) als Bindemittel hergestellt sind, und ihren Formaldehydkennwerten (Perforator- (EN 120), Gasanalyse- (EN 717-2), Flaschen- (EN 717-3) und 1m³-Prüfkammerwert (EN 717-1) zu ermitteln. Ferner sollte bei Tanninformaldehydharz- (TF-Harz) gebundenen Span- und mitteldichten Faserplatten, sowie bei UF- und MUF-Harz-gebundenen Spanplatten mit Recyclingspänen der Einfluss der Plattenfeuchte auf die Formaldehydabgabe ermittelt werden. Bei Anwendung des Perforator-Verfahrens wird innerhalb eines bestimmten Feuchtebereichs das Ergebnis der Formaldehydbestimmung mit Hilfe einer empirisch ermittelten Formel auf eine Materialfeuchte von 6,5 % bezogen. Vorrangiges Ziel war es, die Gültigkeit der für UF-Harz-gebundene Spanplatten ermittelten Formel für MDF und für die mit modifizierten UF-Harzen hergstellte Spanplatten, insbesondere im niedrigen Formaldehydabgabebereich, zu überprüfen.
Spanplatten und mitteldichte Faserplatten (MDF) wurden im Labormaßstab unter Einsatz der o. g. Bindemittel hergestellt und unter unterschiedlichen Feuchtebedingungen (30 %, 65 % und 85 % relative Luftfeuchtigkeit) bis zur Gewichtskonstanz gelagert. Anschließend wurde die Formaldehydabgabe der Platten ermittelt.
Es zeigte sich, dass die Korrektur des tatsächlich ermittelten Perforatorwertes auf eine Bezugsfeuchte von 6,5 % je nach Feuchte der Platten zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Wenn die mit unmodifizierten oder modifizierten UF-Harzen gebundenen Spanplatten und MDF auf eine Feuchte von mehr als 6,5 % klimatisiert wurden, errechnete sich ein korrigierter Perforatorwert, der deutlich niedriger lag als derjenige, der bei einer Feuchte von etwa 6,5 % tatsächlich ermittelt wurde. Ferner zeigte sich, dass bei UF-Harz-gebundenen Spanplatten die Plattenfeuchte einen größeren Einfluß auf die Veränderung des Perforatorwertes hat als bei MUF-Harz-gebundenen.
Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass bei TF-Harz-gebundenen Span- und mitteldichten Faserplatten der Formaldehydgehalt bzw. die Formaldehydemission mit zunehmender Plattenfeuchte abnimmt. Dieses Ergebnis war überraschend, da es den bekannten Erfahrungen und Feststellungen bei UF-Harz-gebundenen Spanplatten widerspricht.
Mit Hilfe eines neueingeführten Berechnungsansatzes wurden für die mit UF-Harz und mit modifiziertem UF-Harz gebundenen Spanplatten auf eine Bezugsfeuchte von 6,5 % korrigierte Perforatorwerte berechnet. Die auf die Weise errechneten Werte waren, soweit ermittelt, weitaus unabhängiger von der Plattenfeuchte und weitgehend deckungsgleich mit den bei einer Feuchte von 6,5 % tatsächlich bestimmten Werten.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-18144.html