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Biogasgespeiste Mikrogasnetze für die dezentrale Strom- und Wärmeerzeugung - Konzeption eines Pilotvorhabens in Nordhessen

 
: Hoffstede, U.

Institut für Solare Energieversorgungstechnik e.V. -ISET-, Kassel; Verband Deutscher Elektrotechniker -VDE-, Bezirksverein Kassel:
Pilotanlagen - Innovationen in der Erprobung. Neuntes Kasseler Symposium Energie-Systemtechnik 2004 : 11. - 12. November 2004, Kassel
Kassel: ISET, 2004
S.78-85
Kasseler Symposium Energie-Systemtechnik <9, 2004, Kassel>
Deutsch
Konferenzbeitrag
Fraunhofer IWES ()

Abstract
In Mikrogasnetzen soll die gemeinsame Verwertung von Erd- und Biogas möglich sein. Mit begrenzten Verteilnetzen, in welche zu Biogas Erdgas eingespeist wird, soll die Versorgung privater und gewerblicher Konsumenten sichergestellt werden. Der umgekehrte Weg, Biogas in das öffentliche Erdgasnetz einzuspeisen, scheiterte bisher an Vorbehalten etablierter Versorger und hoher finanzieller Aufwendungen für die qualitative Anhebung von Biogas auf Erdgasniveau. Die gemeinsame Nutzung von Erdgas und Biogas muss die Nutzung handelsüblicher Endgeräte zulassen. Die Erzeugung, Verteilung und Verwendung von Biogas aus biologischen Abfällen soll in Hessen in einem Pilotprojekt aufgezeigt werden. In einem separaten Gasnetz wird Biogas eingespeist und mit Erdgas der Qualität H vermischt, so dass das Mischgas der Erdgasqualität L entspricht. Das Mischgas soll mit Hilfe einer dezentralen Mikrogasturbine in Wärme und Strom umgewandelt werden. Spitzenlastkessel sollen bei erhöhtem Wärmebedarf die fehlende Wärme erzeugen, so dass die Mikrogasturbine eine konstante Grundlast fahren kann. Das Biogas soll mit Hilfe einer marktreifen Biogasanlage auf Basis einer aneroben Kofermentation aus kommunalen organischen Abfällen und landwirtschaftlichen Rückständen der Umgebung erzeugt werden. Aus Gründen der Akzeptanz und Logistik ist der Erzeugungsort des Biogases und der Verbrauch örtlich (500 bis 1000m) voneinander getrennt. Durch eine Transferleitung soll das Biogas von der Anlage über ein so genanntes Mikrogasnetz zu den Verbrauchern gelangen, wobei eine Erweiterung des Mikrogasnetzes möglich ist. Hierfür sprechen sowohl die modulare Erweiterbarkeit der Biogasanlage bei Annahme weiterer Ko-Substrate als auch zusätzliche Gasabnehmer mit ganzjährigem Wärmebedarf. Der wissenschaftliche Anspruch eines solchen Projektes liegt in der Integration des Mikrogasnetzes in die bestehende Struktur der bisherigen Ergasversorgung. Der Wärmebedarf der dezentralen Verbraucher soll durch 100 %ige Nutzung des Biogases gedeckt werden, jedoch in Engpasszeiten und bei eventuellen Betriebsstörungen muss Erdgas die 100 %ige Versorgungssicherheit garantieren.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-164582.html