Fraunhofer-Gesellschaft

Publica

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen aus den Fraunhofer-Instituten.

Recycling für den Klimaschutz

Ergebnisse der Studie von Fraunhofer UMSICHT und INTERSEROH zur CO2-Einsparung durch den Einsatz von recycelten Rohstoffen. Stand: Oktober 2008
 
: Interseroh Dienstleistungs GmbH, Köln; Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik -UMSICHT-, Oberhausen

Köln: Interseroh Dienstleistungs GmbH, 2008, 15 S.
Deutsch
Studie
Fraunhofer UMSICHT Oberhausen ()
material, secondary raw; recycling; ecobalance; emission reduction; carbon dioxide; Sekundärrohstoff; Abfallverwertung; Ökobilanz; Emissionsminderung; carbon dioxide

Abstract
Relevanz: Kohlendioxid (CO2) zählt zu den sogenannten Treibhausgasen. Wenn Sonnenstrahlen auf die Erde treffen, wird ein Teil der Strahlung von der Erdoberfläche reflektiert. Durch die sogenannten Treibhausgase kann ein Teil der entstehenden Wärmestrahlung nicht mehr in die Atmosphäre entweichen und trägt zur Erderwärmung bei. Treibhauseffekt und Erderwärmung stellen einen natürlichen Prozess dar, der jedoch vom Menschen seit Beginn der Industrialisierung verstärkt wird.
Als Folgen der zunehmenden Erderwärmung werden vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC; Weltklimarat der Vereinten Nationen) das verstärkte Auftreten heftiger Niederschläge, das Schmelzen von Gletschern, die Verringerung der schneebedeckten Erdoberfläche, der beschleunigte Rückgang des Polareises und ein daraus folgender Meerespiegelanstieg
befürchtet.
CO2 hat in Deutschland einen Anteil von über 80 % an den Treibhausgas-Emissionen, was einer Menge von ca. 830 bis 870 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr entspricht. Das Kyoto-Protokoll der Vereinten Nationen fordert eine Reduzierung der Treibhausgase. Im Rahmen der EU-Lastenteilung hat Deutschland sich dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2012 die Treibhausgas-Emissionen gegenüber dem Stand von 1990 um 21% zu senken.
Recycling spart CO2-Emissionen: In der Studie von Fraunhofer und Interseroh werden die CO2-Bilanzen der jeweiligen Primär- und der Sekundärproduktion der Stoffströme Stahl, Aluminium, Kupfer, Papier, Polyethylen (PE), Polyethylenterephtalat (PET) und Holz miteinander verglichen. Dabei wurden jeweils die gesamte Prozesskette berücksichtigt und Interseroh-eigene Daten für das Jahr 2007 miteinbezogen. Bei allen Materialien ergab sich eine Einsparung der Kohlendioxid-Emissionen im Recyclingprozess gegenüber dem Primärprozess.
Interseroh-Rohstoffe sparen 5,2 Millionen Tonnen CO2:
Im Jahr 2007 hat die Interseroh-Gruppe die Industrie mit insgesamt 5,8 Millionen Tonnen Sekundärrohstoffen versorgt. Die verschiedenen Unternehmensbereiche sind dabei sowohl in die Erfassung als auch in die operative Aufbereitung und den Handel der Materialien involviert. Für die Studie wurden die für das Unternehmen wesentlichen Stoffströme betrachtet, die insgesamt rund 96 % der von Interseroh vermarkteten recycelten Rohstoffe abdecken.
Bezieht man die CO2-Einsparungen der einzelnen Stoffströme pro Tonne auf die jeweiligen Interseroh-Mengen, ergibt sich für 2007 eine Einsparung von rund 5,2 Millionen Tonnen CO2-Emissionen durch die Tätigkeit von Interseroh. Zum Vergleich: Eine Stadt mit 500.000 Einwohnern verursacht jährlich die gleiche Menge an Kohlendioxid-Emissionen - für deren Bindung wäre eine Mischwald-Fläche von rund 5.000 km² nötig.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-154402.html