Fraunhofer-Gesellschaft

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Plasmabeschichtung ohne Vakuum

 
: Eichler, M.

Schweizer Maschinenmarkt 103 (2002), Nr.27, S.39-40
ISSN: 0036-7397
Deutsch
Zeitschriftenaufsatz
Fraunhofer IST ()

Abstract
Bisher wurden Plasmabeschichtungen nur im Vakuum hergestellt. Das IST (Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik), Braunschweig, (D), stellte ein Verfahren vor, mit dem sich ohne Vakuum Schichten herstellen lassen, die chemisch ähnlich gut sind wie herkömmliche Polymere. Auf diese Weise können beispielsweise stark Wasser abstoßende Oberflächen hergestellt werden oder es können gezielt sehr reaktive Verbindungen auf einer Oberfläche angekoppelt werden. Am IST haben sich Wissenschaftler in 2 Verbundprojekten als Alternative zu teuren Plasmabehandlungen unter Vakuum mit Corona-Entladungen befasst. Einen Durchbruch erzielte man jetzt mit einem neuen Verfahren für die gezielte Funktionalisierung von Oberflächen. Damit Lacke, Klebstoffe oder Druckfarbe gut haften, muss die Oberfläche zuvor mit definierten physikalischen und chemischen Eigenschaften wie z. B. besserer Benetzbarkeit ausgestattet werden. Unter bestimmten Prozessbedingungen lassen sich auch bei Normaldruck Schichten herstellen, die chemisch ähnlich gut definiert sind wie herkömmliche Polymere. Zudem sind sie sehr fest an der Oberfläche angekoppelt. Auf diese Weise können beispielsweise stark Wasser abstoßende Oberflächen hergestellt werden oder es können gezielt sehr reaktive Verbindungen auf einer Oberfläche angekoppelt werden, die dann chemisch stabile Bindungen zu anderen Materialien eingehen. Es gibt jedoch zahlreiche Einsatzfälle, bei denen auch bei Atmosphärendruck ähnliche Beschichtungsergebnisse wie im Vakuum realisiert werden konnten. Ein Beispiel sind Siliziumoxid-Schichtsysteme für Anwendungen im Korrosionsschutz. Bislang werden Metalloberflächen zum Schutz vor Korrosion vor der Lackierung einer nasschemischen Chromatierung oder Phosphatierung unterzogen. Das erhöht die Haltbarkeit des Bauteils und sorgt für eine bessere Haftung des Lackes. Am Beispiel von pulverlackierten, elektrolytisch verzinkten Blechen konnte man zeigen, dass ultradünne Corona-Beschichtungen den Ergebnissen der herkömmlichen nasschemischen Behandlung im Korrosionsschutz ebenbürtig sind und diese zum Teil übertreffen.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-14849.html