Fraunhofer-Gesellschaft

Publica

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen aus den Fraunhofer-Instituten.

Wie gut ist OpenStreetMap?

Zur Methodik eines automatisierten objektbasierten Vergleiches der Straßennetze von OSM und NAVTEQ in Deutschland
 
: Ludwig, I.; Voß, A.; Krause-Traudes, M.

GIS.Science (2010), Nr.4, S.148-158
ISSN: 1869-9391
ISSN: 1430-3663
Deutsch
Zeitschriftenaufsatz
Fraunhofer IAIS ()
volunteered geographic information; OpenStreetMap; Qualität; Vergleich; matching; Straßennetz; Navteq

Abstract
Im OpenStreetMap-Projekt erstellen Tausende von Freiwilligen eine freie Karte der ganzen Welt. Ziel ist es, die Abhängigkeit von kommerziellen Geodatenanbietern zu verringern. Immer neue Anwendungsfelder werden erschlossen, zunächst die Kartenproduktion, dann die Navigation, und neuerdings das Geomarketing. Argumente sind die Aktualität der Daten, die kostenfreie Nutzung und die Kundennachfrage. – Nur, ist das OSM-Straßennetz wirklich schon gut genug, um kommer-zielle Produkte wie NAVTEQ oder Teleatlas zu ersetzen? Und kann man Marktdaten für Potenzial-analysen, also soziodemographische, ökonomische und psychografische Attribute, die bisher nur für die kommerziellen Straßennetze angeboten werden, auf OSM übertragen? Dies war der Hintergrund für die Diplomarbeit von LUDWIG (2010), die sie am Fraunhofer Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS durchgeführt und an der Universität Bonn eingereicht hat. Dieser Beitrag präzisiert zunächst die Fragestellung (Abschnitt 1) und präsentiert einige interessante Ergebnisse auf verschiedenen räumlichen Bezugsebenen. Zum Beispiel können die Vollständigkeit von Straßen und die Vollständigkeit bzw. Korrektheit von Attributen beachtlich auseinanderklaffen (Abschnitt 2). Die Qualität von OSM wird im Vergleich zum Straßennetz von NAVTEQ bestimmt. Dazu wird ein Zuordnungsverfahren zwischen den jeweiligen Straßenobjekten entwickelt (Abschnitt 3). Damit wurden verschiedene Qualitätsmaße, wie die Objekt- und Attribut-vollständigkeit, Positions- und Attributdifferenzen, definiert und können für beliebige Zielregionen und Straßenkategorien auf Knopfdruck ausgewiesen werden (Abschnitt 4). Das Verfahren ist soweit automatisiert, dass es mit wenig Aufwand periodisch wiederholt werden kann. Dies und weitere Anknüpfungspunkte werden in Abschnitt 5 aufgezeigt. Im Fazit schließen wir, dass man zwar je nach Anwendungszweck genau hinschauen muss, aber die OSM-Daten in großen Städten für das Geomarketing durchaus nutzbar sind.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-147657.html