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Ein Verfahren zur Verkürzung des Entwicklungsprozesses

 
: Slama, A.

:
Volltext ()

Heimsheim: Jost-Jetter Verlag, 2010, 142 S.
Zugl.: Stuttgart, Univ., Diss., 2010
IPA-IAO Forschung und Praxis, 495
ISBN: 3-939890-58-8
ISBN: 978-3-939890-58-4
URN: urn:nbn:de:bsz:93-opus-55187
Deutsch
Dissertation, Elektronische Publikation
Fraunhofer IAO ()
Entwicklungsprozess; Produktentwicklung

Abstract
Die Unternehmen stehen vor den Herausforderungen eines sich weiter verstärkenden Wettbewerbsdrucks. Wichtig ist dabei für sie, nicht in die Zeitfalle zu geraten sowie eine höhere Zeitflexibilität und Schnelligkeit aufzuweisen, um auch im globalen Wettbewerb erfolgreich bestehen zu können. Jedoch weisen bestehende Verfahren in Forschung und Praxis zur Verkürzung des Entwicklungsprozesses erhebliche Defizite auf.
Als Lösungsansatz wird das Diagnoseverfahren anhand von Erfolgsfaktoren zugrunde gelegt, um die zentralen Fragen nach dem Verkürzungspotenzial und der Rentabilität der Verkürzungsmaßnahmen beantworten zu können.
Das neue Verfahren besteht aus vier miteinander verbundenen Phasen. In der ersten Phase werden die situationsspezifischen Zeittreiber und Maßnahmen erhoben. Dazu wurde ein Zeittreibermodell definiert. Zur Unterstützung der Erhebung wurde eine normative Zeittreiberlandkarte mit 36, teilweise neu identifizierten Zeittreibern und Maßnahmen entwickelt. Die Grundlage bildeten 42 Untersuchungen und Quellen zu Zeittreibern und Maßnahmen der letzten 25 Jahre und 23 eigens analysierte Entwicklungsprojekte. Anhand eines Formblattes, des Entwicklungsprozesses und der Zeittreiberlandkarte als Strukturierungshilfe werden die Faktoren ganzheitlich erhoben. In der zweiten Phase werden die identifizierten Zeittreiber eindeutig und so formuliert, dass sie mit Hilfe einer Skala nach Häufigkeit und Verzögerungswirkung in einer Studie gemessen werden können. Für die Maßnahmen werden dabei der Umsetzungsaufwand und der Nutzen zur Überwindung der Zeittreiber erhoben. In der dritten Phase werden die rentablen Maßnahmen identifiziert. Dazu werden die Zeittreiber und die Maßnahmen in einem Portfolio in Abhängigkeit zueinander bewertet. Die Maßnahmen mit großem Nutzen und geringem Aufwand zur Überwindung der häufigen und stark verzögernd wirkenden Zeittreiber sind die entscheidenden Ansatzpunkte zur Verkürzung. In der letzten Phase wird anhand der bewerteten Maßnahmen im Abgleich mit den Möglichkeiten, wie z. B. Ressourcen und Finanzen, und den inhaltlichen Voraussetzungen ein Umsetzungsplan erstellt und in der entsprechenden Reihenfolge umgesetzt.
Die praktische Anwendung des Verfahrens bei fünf kooperierenden Industrieunternehmen zeigt, dass das Verfahren zur Verkürzung des Entwicklungsprozesses geeignet ist. Die Anwendung des Verfahrens bei den Unternehmen führte zur Erhebung der situationsspezifischen Zeittreiber und Maßnahmen. Durch die Auswertung der darauf basierenden Studie konnten die rentablen Verkürzungsmaßnahmen identifiziert werden. Diese wurden in einen Maßnahmenplan überführt. Die Anwendung des Verfahrens hat die Unternehmen in die Lage versetzt, schneller Leichtbauprodukte in der Automobilindustrie zu realisieren. Die Verkürzungsfähigkeit und damit die Timing-Flexibilität konnte dadurch erhöht werden.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-142720.html