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Analyse des Energieverbrauchs und exemplarische Best-practice-Lösungen für relevante Verbrauchssektoren in Krankenhäusern

Energieeffiziente Krankenhäuser. Fördernummer DBU - AZ 23472
 
: Beier, C.

:
Volltext urn:nbn:de:0011-n-1178546 (2.4 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: 5d0116f9b666df1d55bc52e1138fd533
Erstellt am: 17.2.2010


Oberhausen: Fraunhofer UMSICHT, 2009, 56, 26 S. : Ill.
Deutsch
Bericht, Elektronische Publikation
Fraunhofer UMSICHT Oberhausen ()
Krankenhaus; Energieeffizienz; Wirtschaftlichkeit; Vergleich; Optimierung; hospital; energy efficiency; economy; comparison; optimisation

Abstract
Möglichkeiten, in Krankenhäusern Energie zu sparen, gibt es viele. Der Abschlussbericht »Energieeffiziente Krankenhäuser« des Fraunhofer-Instituts UMSICHT zeigt die größten Einsparpotenziale und wie sie lohnenswert erschlossen werden können. Der Bericht ist kostenfrei online zugänglich.

Wo stecken die größten Einsparpotenziale von Krankenhäusern und welche können lohnenswert erschlossen werden? Diesen Fragen ist Fraunhofer UMSICHT in einem Forschungsprojekt nachgegangen und hat die Energienutzung in 20 Krankenhäusern im Detail untersucht.

Dazu wurden in den Bereichen Heizung, Trinkwarmwassererzeugung, Lüftung, Kälteversorgung und Aufzüge umfangreiche Lastgangmessungen durchgeführt. Auf der Basis der Messergebnisse wurden Einsparmöglichkeiten aufgezeigt und Best Practice Lösungen entwickelt. Weiterhin wurden die Energieverbrauchswerte mit den charakteristischen Eigenschaften der Krankenhäuser in Verbindung gebracht und in einem Krankenhausvergleich gegenübergestellt.
Die Ergebnisse des Projektes liegen in einem umfangreichen Abschlussbericht vor.

Damit stehen technischen Abteilungen von Krankenhäusern und planenden Ingenieuren eine Vielzahl an Einsparmaßnahmen und Kennzahlen sowie methodische Ansätze für die tägliche Arbeit zur Verfügung.

Der Bericht steht zum kostenfreien Download bereit unter:
Link [www.tiny.cc/DzGlY]

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Abstract aus dem PDF:

In dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Projekt (Az-23472) wurde der Energieverbrauch in 20 Krankenhäusern mit einer Größe von 300 bis 600 Betten untersucht. Es wurden in energierelevanten Verbrauchssektoren detaillierte Energiemengenmessungen durchgeführt und die Betriebsweise der Energieversorungsanlagen analysiert sowie Maßnahmen zur Energieoptimierung aufgezeigt. Anschließend wurden der jährliche Energieverbrauch der untersuchten Verbrauchssektoren ermittelt und die Energieverbrauchskosten berechnet. Es wurde ein Krankenhausvergleich durchgeführt, mit dem der Energieverbrauch der Krankenhäuser in Abhängigkeit von Einflussgrößen verglichen werden kann. Jedes Krankenhaus kann sich so mit der Gesamtheit der Krankenhäuser sowie mit dem besten Krankenhaus der Untersuchung vergleichen. Weiterhin wurden für die Verbrauchssektoren Einsparmaßnahmen erarbeitet und Best-practice-Lösungen entwickelt, die besonders effektiv Einsparungen ermöglichen und in den meisten Krankenhäusern durchgeführt werden können. Die zu erwartenden Kosten und die erzielbaren Einsparungen wurden abgeschätzt. Weiterhin wurden Kennzahlen und einfache Werkzeuge zur überschlägigen Berechnung von Kosten und Einsparungen entwickelt. Aus dem Krankenhausvergleich ergeben sich anhand von statistischen Größen Kennzahlen für Energieverbrauch und Energiekosten der untersuchten Bereiche, die als Vergleichsgrößen genutzt werden können.

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass in vielen Bereichen der Austausch alter, ineffizienter Anlagen zu einer deutlichen Einsparung führt und wirtschaftlich sinnvoll ist. Doch auch neue Anlagen garantieren keinen optimalen Energieverbrauch, da eine ineffiziente Betriebsweise ebenfalls zu erhöhten Energieverbräuchen führt. Einsparungen durch optimierte Betriebsparameter können jedoch nur erschlossen werden, wenn die entsprechenden Kenngrößen im zeitlichen Verlauf bekannt sind und mit den Anlagenkenndaten in Beziehung gesetzt werden. Mit Hilfe von Lastgangmessungen können ineffiziente Betriebsweisen aufgezeigt werden, so dass mit geringem Aufwand beispielsweise durch Einstellung der Regelung Einsparungen erzielt werden können. Weiterhin konnten mit Hilfe der Messergebnisse Versorgungsengpässe aufgezeigt sowie nicht einwandfrei funktionierende Versorgungsanlagen und Installationen identifiziert werden. Außerdem hat das Projekt gezeigt, dass die Datenlage in den Krankenhäusern für eine Einschätzung und für den Vergleich mit anderen Krankenhäusern nicht ausreichend ist. Nur wenn zum einen die Kenndaten der Energieversorgungsanlagen und zum anderen die Bezugsgrößen der versorgten Bereiche bekannt sind, kann ein Vergleich durchgeführt werden. Da der Energieverbrauch sehr stark von der Raumnutzung abhängig ist, könnten anhand der nach Nutzungsart unterteilten Flächen Referenzverbrauchswerte ermittelt werden, die es ermöglichten eine Energieverbrauchsstruktur zu ermitteln. Aufgrund der fehlenden Daten ist den meisten Krankenhäusern eine solche Flächenzuordnung nicht möglich. Ein weiterer Grund sind die fehlenden personellen Ressourcen, so dass, wenn Daten vorhanden sind, keine Zuordnung durchgeführt werden kann. Weiterhin müssen grundlegende Daten der zu versorgenden Gebäude wie Gebäudealter, Wand-, Fenster-, Dach- und Fundamentflächen ermittelt werden, um eine Abschätzung des Wärme- und Kältebedarfes durchführen zu können. Bisher fast vollständig unbekannt sind die Verbrauchswerte der elektrisch angetriebenen Geräte und Anlagen, die sich u.a. auf den Wärme- und den Kältebedarf auswirken. Derzeit kann allenfalls eine grobe Abschätzung anhand von Literaturwerten durchgeführt werden. Hierzu liegen erste Kenndaten aus der Literatur vor, jedoch besteht noch Bedarf der Validierung und der Bewertung der Übertragbarkeit. Weiterführende Untersuchungen sollten zum Ziel haben, die Datensituation in den Krankenhäusern zu verbessern und eine energetische Auswertung von Raumflächen und Raumnutzung zur Abbildung der Energieverbrauchsstruktur zu automatisieren. Die Untersuchungen müssen auf bisher nicht betrachtete Verbrauchssektoren (Dampf, Licht, medizinische Geräte und Anwendungen) ausgeweitet werden, um den gesamten Energieverbrauch von Krankenhäusern abbilden zu können.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-117854.html