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Computer-gestützte Operationsplanung bei Leberlebendspenden

Computer-assisted planning in living donor liver operation
 
: Radtke, A.; Bockhorn, M.; Schroeder, T.; Lang, H.; Paul, A.; Nadalin, S.; Saner, F.; Schenk, A.; Broelsch, C.E.; Malago, M.

:

Zentralblatt für Chirurgie 131 (2006), Nr.1, S.69-74
ISSN: 0044-409X
ISSN: 1438-9592
Deutsch
Zeitschriftenaufsatz
Fraunhofer MEVIS ()
computer simulation; CT; donor selection; female; Germany; hepatectomy; human; image processing; computer-assisted; imaging; three-dimensional; liver; liver transplantation; living donor; male; method; middle aged; simulation; software; surgery; tissue and organ harvesting; tomography; spiral computed; Transplantation; user-computer interface

Abstract
Einleitung: Vor einer geplanten Leberlebendspende ist eine genaue Kenntnis der Leberanatomie des Spenders notwendig. Nur so können Spender mit speziellen Gefäßanaomalien oder geringen Lebervolumina von einer risikobehafteten Spende ausgeschlossen werden. HepaVision®, eine neuartige Software, ermöglicht die Übersetzung von 2D- in 3D-CT-Bilder und bietet somit neben einer exakten Darstellung der Anatomie, zusätzlich auch die Möglichkeit einer virtuellen Simulation der durchzuführenden Operation. Ziel unserer Studie war es zu prüfen, inwieweit mit Hilfe dieser neuen computer-gestützten Operationsplanung die Sicherheit der Leberlebendspende erhöht werden kann.
Methodik: Im Zeitraum von Januar 2002 bis Dezember 2004 wurden an der Klinik für Allgemein- und Transplantationschirurgie des Universitätsklinikums Essen 355 Lebertransplantationen durchgeführt, darunter 36 Leberlebendtransplantationen. Insgesamt wurden über 700 potenzielle Spender evaluiert. Gemäß unserem Evaluationsprotokoll erhielten 135 potenzielle Spender (63 Männer und 72 Frauen) zwischen 18 und 59 Jahren ein multiphasisches Dünnschicht-CT der Leber. Die akquirierten Datensätze wurden mit dem Software-Assistenten HepaVision® aufgearbeitet.
Ergebnisse: Von den 135 potenziellen Spendern wurden aufgrund der HepaVision®-Daten 99 Patienten (73 %) als ungeeignet für eine Leberlebendspende ausgeschlossen. Das Verhältnis von Spenderkandidat zu tatsächlichem Spender betrug 1 : 2,2. Grund für die Ablehnung war entweder ein unzureichendes Volumenpotenzial (70,8 %) oder eine risikobehaftete anatomische Abweichung (2,2 %). In den übrigen 36 Fällen konnte eine Leberlebendspende erfolgreich durchgeführt werden. Weder bei den Spendern noch bei den Empfängern kam es dabei zu Komplikationen, die sich auf eine Fehleinschätzung der Leberanatomie und des Volumens zurückführen ließen.
Schlussfolgerung: Durch die systematische Anwendung von HepaVision® können Spender mit einer risikobehafteten Anatomie und einem zu geringen Leberrestvolumen von der Spende ausgeschlossen werden. Gleichzeitig wird durch die Möglichkeit einer virtuellen Operationssimulation das Risiko für den Spender minimiert.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-116722.html