Fraunhofer-Gesellschaft

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Fußgänger sind keine Autos

Benutzerzentrierte Entwicklung eines Fußgängernavigationssystems
 
: Ringbauer, B.; Kniewel, R.; Hipp, C.

Brau, H.; Diefenbach, S.; Hassenzahl, M.; Kohler, K.; Koller, F.; Peissner, M.; Petrovic, K.; Thielsch, M.; Ullrich, D.; Zimmermann, D. ; Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation -IAO-, Stuttgart; Usability Professionals Association, German Chapter:
Usability Professionals 2009 : Berichtband des siebten Workshops des German Chapters der Usability Professionals Association e.V, 06.09.-09.09.2009 an der Humboldt-Universität zu Berlin
Stuttgart: Fraunhofer Verlag, 2009
ISBN: 3-8396-0043-X
ISBN: 978-3-8396-0043-6
S.18-22
Usability Professionals Workshop <7, 2009, Berlin>
Deutsch
Konferenzbeitrag
Fraunhofer IAO ()

Abstract
Der Artikel beschreibt die benutzerzentrierte Entwicklung eines Navigationssystems für Fußgänger, das auf einem mobilen Endgerät mit Touchscreen umgesetzt wurde. Es werden spezielle Anforderungen von Fußgängern an Navigationshilfen erläutert und Unterschiede zu Autonavigationssystemen diskutiert. Beispielsweise ist es viel schwieriger, eine Orientierung für Fußgänger zu ermöglichen, da sie sich weniger auf einem festgelegten Straßennetz bewegen und sich eher an markanten örtlichen Gegebenheiten, wie Kreuzungspunkten und Landmarken, orientieren. Auch der Nutzungskontext einer solchen Navigationshilfe differiert, weil es, im Gegensatz zur Fortbewegung mit dem Auto, weniger darauf ankommt, effizient von Punkt A nach B zu kommen, als die Wegfindung mit parallelen freizeitbezogenen Tätigkeiten, wie Bummeln oder Schlendern, zu verbinden. Das entwickelte Konzept ermöglicht die Nutzung verschiedener vordefinierter Kartenansichten für Orientierungs- und Wegefindungsbedürfnisse. Das sind eine Übersichtskarte, eine Restwegkarte und eine Detailkarte für komplexe Raumsituationen. Die unterschiedlichen Nutzungssituationen werden durch verschiedene Modi, z.B. einen Wegfindungsmodus und einen Freizeitmodus, bei dem eher die Orientierung anstelle der Wegfindung im Vordergrund steht, unterstützt. Die Vorgehensweise bei der Entwicklung, zu der z.B. auch ein Wizard-of-Oz Feldtest gehörte, wird kurz erläutert und wichtige Erkenntnisse vorgestellt. Es zeigte sich u.a. insgesamt eine hohe Akzeptanz gegenüber dem entwickelten Prototyp. Zudem wurden die Grundkonzepte bestätigt. Änderungsbedarf ergab sich in Aspekten des Interaktions- und Informationsdesigns. Es mussten z.B. alle automatischen Zooms zwischen Kartenansichten durch einen vom Benutzer initiierten Aufruf ersetzt werden. Außerdem werden im vorliegenden Beitrag ergänzend aktuelle Entwicklungen im Bereich Handynavigation und Fußgängernavigationssysteme aufgegriffen und vergleichend diskutiert.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-109993.html