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Molekular- und zellbiologische Evaluierung der murinen Zelllinie MuSC-E8 in Hinblick auf potenzielle Stammzelleigenschaften

 
: Pfefferkorn, Cathleen

:
Volltext urn:nbn:de:0011-n-1062527 (1.4 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: 39f0471302d7d041bad04ace01fcd9da
Erstellt am: 8.10.2009


Leipzig, 2009, 87 Bl.
Leipzig, Univ., Dipl.-Arb., 2009
Deutsch
Diplomarbeit, Elektronische Publikation
Fraunhofer IZI ()
MuSC-E8; Charakterisierung; Stammzelle

Abstract
Stammzellen bilden die Grundlage für die Entstehung komplexer Organismen. Welches Potenzial ihnen innewohnt zeigt sich bei der Betrachtung der Zygote, aus welcher allein ein solcher hervorgehen kann. Doch auch im adulten Organismus weisen Stammzellen erstaunliche Fähigkeiten auf. So gibt es mittlerweile Hinweise darauf, dass sich adulte Stammzellen nicht nur in spezialisierte Zellen ihres Ursprungsgewebes differenzieren können, sondern in der Lage sind, die Keimblattgrenzen zu überwinden. Daher erwecken Stammzellen die Hoffnung auf neuartige Therapieansätze zur Behandlung zahlreicher, bislang als unheilbar klassifizierter Erkrankungen, welche mit Gewebeverlust und -degeneration einhergehen. Gleichzeitig verlangt die Forschung zunehmend nach geeigneten Modellsystemen, die eine realitätsnahe Untersuchung von Differenzierungsprozessen ermöglichen. In der vorliegenden Arbeit wurde die murine Zelllinie MuSC-E8 hinsichtlich ihrer Stammzelleigenschaften und ihrer Eignung als ein solches Modellsystem analysiert. Die Zelllinie ist im Rahmen von Experimenten in einem chimären Mausmodell für rheumatoide Arthritis unter Einsatz einer Interleukin-4-Therapie generiert worden. Vorversuche erbrachten erste, noch unspezifische Hinweise auf einen stammzellähnlichen Phänotyp der Zellen, welcher im Rahmen dieser Arbeit verifiziert werden sollte. Zur molekularbiologischen Untersuchung der Zelllinie wurden eigens quantitative Real-time-RT-PCR-Assays mit Hilfe eines neuartigen Sondensystems, der Universal ProbeLibrary®, etabliert. Dies stellte die Grundlage für Genexpressionsanalysen spezifischer Stammzell- und Differenzierungsmarker dar. Es konnte bei MuSC-E8 eine Expression stammzellassoziierter Marker, wie Sca-1, CD105, Pax-6 und Nanog gezeigt werden, die auf Stammzelleigenschaften und eine Pluripotenz der Zellen hinweisen. Ferner wurden aber auch Marker wie CD11b, CD14 und CD80 exprimiert, welche im Gegensatz dazu eher für einen bereits differenzierten myeloiden Phänotyp der Zellen sprechen. Durch Anwendung von In-vitro-Differenzierungsprotokollen konnte darüber hinaus demonstriert werden, dass die Zelllinie weder über ein mesenchymales noch hämatopoetisches Differenzierungspotenzial im für Stammellen zu erwartenden Umfang verfügt. Auch eine In-vivo-Rekonstruktion des hämatopoetischen Systems letal bestrahlter Mäuse gelang nicht. Die gesammelten Befunde legen insgesamt die Vermutung nahe, dass es sich bei MuSC-E8 nicht um eine Stammzelllinie, sonder um eine dedifferenzierte, möglicherweise tumorös entartete Linie des Monozyten-/Makrophagensystems handelt.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-106252.html