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Ein-Personen-Selbständigkeit und autonome Formen abhängiger Beschäftigung

Ansatzpunkte neuer sozialstaatlicher Arrangements. Magisterarbeit an der Universität Bonn
 
: Jobelius, S.

:
urn:nbn:de:0011-b-729934 (1.5 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: 93082b58d2a68c9f0782e87f65139400
Erstellt am: 24.07.2002


Sankt Augustin: GMD Forschungszentrum Informationstechnik, 2001, 170 S.
GMD research series, 2001,19
ISBN: 3-88457-402-7
Deutsch
Studie, Elektronische Publikation
Fraunhofer AIS ( IAIS) ()
Ein-Personen-Selbständigkeit; Arbeitskraftunternehmer; Normalarbeitsverhältnis; Autonomie; Arbeitsform; Arbeitspolitik; Sozialstaat; Netzwerk; solo-self-employment; autonomy; work-policy; social-policy; network

Abstract
Es ist in der arbeitswissenschaftlichen Literatur umstritten, inwieweit die auf dem Normalarbeitsverhältnis basierenden Systeme der Sozialen Sicherung, des Arbeitsschutzes oder des Tarifvertrags noch mit den Gegebenheit einer sich verändernden Arbeitswelt übereinstimmen. In diesem Zusammenhang wird oft angenommen, dass angesichts einer Individualisierung der Arbeitsbeziehungen der Spielraum für kollektive und solidarische Arrangements verschwindet. Dieser Arbeit liegt dagegen die Annahme zugrunde, dass die stärkere Autonomie des Einzelnen im Arbeitsprozeß neue Möglichkeiten arbeitspolitischer Arrangements eröffnet und der Sozialstaat sich prinzipiell auch autonomen Formen der Arbeitsorgansiation öffnen kann. Um zur Überprüfung dieser Hypothese neue autonome Arbeitsformen bestimmen zu können wird die in der deutschen Literatur diskutierte Figur des Arbeitskraftunternehmers herangezogen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Untersuchung von sogenannten Ein-Personen-Selbständigen, die aufgrund ihrer Arbeitsweise in Teilen der Literatur als Prototyp der Arbeitswelt von morgen betrachtet werden. Am Beispiel eines Netzwerks von Ein-Personen-Selbständigen wird gezeigt, wie sich autonome Akteure kollektiver Lösungsansätze bedienen können. Es kann weiter gezeigt werden, dass sowohl der Politik als auch den betrieblichen und überbetrieblichen Akteuren im Arbeitsprozeß Instrumente zur Verfügung stehen, auf die arbeitsweltlichen Veränderungen angemessen zu reagieren.

 

There is a controversial debate whether the Institutions of western welfare-states like the Social Insurance, Health and Safety Standards or Wage Agreements are still corresponding with new forms of employment. Because of the rise of Non-Standard-Employment and the growing autonomy of employees it is argued that there is no scope for collective and solidary arrangements of workers anymore. Contrary to this, in this paper it is argued that autonoumous forms of work organization open up new possibilities for collective arrangements in work-policy, based on the principals of welfare state. In this context, autonoumus forms of work-organization are defined as specific forms of the so called "Arbeitskraftunternehmer", a figure discussed in recent german literature. The work focuses on the group of own-account-workers, defined as self-employed persones without employees, that is seen in part of the literature as a prototyp of future workforms. The example of a network of own-account workers, that is examined in this paper, shows how collective solutions of autonoumus actors can look like. Altogether, it is shown that both, politics and non-gouvernmental actors, have instruments to react to the challenges in work-organization within the framework of welfare state.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/B-72993.html