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Strategische Früherkennung. Dauerhaft erfolgreich durch frühzeitiges Erkennen der Trends am Markt

 
: Kühnle, H.; Borgmann, C.

Unternehmensverband Informationssysteme e.V. -UVI-:
KnowTech2000 "Knowledge Engineering, Management, Consulting & Training" : Leipzig, 5.-8. September 2000
Leipzig, 2000
Forum C3
KnowTech <2000, Leipzig>
Deutsch
Konferenzbeitrag
Fraunhofer IFF ()
strategische Früherkennung; Finden; Filtern; Formatieren; Fokussieren

Abstract
Das Fraunhofer IFF hat als Koordinator des Teilprojektes "Strategische Früherkennung" eine Methode entwickelt und in Industriebetrieben mit Erfolg eingesetzt, mit deren Hilfe insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen aus eigener Kraft heraus Trends und Veränderungen besser erkennen können. Die entwickelte Methodik basiert auf einem partizipativen, wissensorientierten Ansatz. Unternehmen können die Methode daher weitestgehend mit vorhandenen Ressourcen anwenden. Darüber hinaus endet die Methodik nicht mit der Formulierung der Trends, sondern ist bis hin zur Formulierung von Reaktionsmöglichkeiten und der Definition leicht beobachtbarer Indikatoren durchgängig systematisiert. Der Schlüssel zur Bewältigung der Früherkennungsaufgabe liegt in der Unterteilung des Prozesses in mehrere Schritte. Insgesamt ergeben sich vier Stufen:
Stufe 1) Finden: Der erste Schritt der Früherkennung ist von einer großen Offenheit geprägt. In Analogie zur menschlichen Wahrnehmung beginnt der Prozeß der Früherkennung mit dem ungerichteten Finden von Informationen (Wahrnehmung, bzw. Scanning der Umwelt).
Stufe 2) Filtern: Die Trennung des Findens von Trends und des Filterns der relevanten Trends ist eine wichtige Voraussetzung dafür, daß Trends, deren Bedeutung nicht offensichtlich ist, dennoch aufgenommen werden. In der Filtern-Phase werden die Trends nun dahingehend interpretiert, ob sie eine Relevanz für das Unternehmen oder einzelne Bereiche haben, und wenn ja, ob
sich hinter ihnen eine Chance oder ein Risiko verbirgt. Hierfür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, die sich im wesentlichen darin unterscheiden, wie deterministisch oder kreativ vorgegangen wird. Wurde die systematische Filterung abgeschlossen und eine Reihe von relevanten Trends herausgefiltert, muß die Unternehmensführung nun entscheiden, was
zu tun ist, um die Chancen zu ergreifen, bzw. den Risiken zu begegnen. Mit anderen Worten: Es müssen strategische Handlungsoptionen formuliert werden. Hierfür wurde das sog. Schalenmodell entwickelt:
Stufe 3) Formatieren: In der Formatieren-Phase wird in erster Linie Entscheidungsunterstützung geleistet. Damit wird sichergestellt, daß den Erkenntnissen, die bis zu diesem Punkt generiert wurden, auch Handlungen angeschlossen werden. Erst dadurch kommt der eigentliche Nutzen der Früherkennung zum Tragen. Für jede Handlungsoption werden zunächst die Einflußfaktoren gesammelt, von denen die Entscheidung zur Umsetzung abhängt. Das Ziel dieses Schrittes ist es, genau festzulegen, unter welchen Umfeldentwicklungen die Umsetzung einer Handlungsoption sinnvollerweise auszulösen ist.
Stufe 4) Fokussieren: Der letzte Schritt des Früherkennungsprozesses dient der Effizienz bei der weiteren Beobachtung eines Trends. Darüber hinaus wird die Frage geklärt, wann der richtige Zeitpunkt für die Realisierung einer strategischen Handlung gekommen ist.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/B-68550.html