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Determinanten des Energiebedarfs der Industrie und die Prognose ihrer Wirkungen

 
: Schön, M.; Angerer, S.

Zeitschrift für Energiewirtschaft (1989), No.4, pp.296-303
ISSN: 0343-5377
ISSN: 1866-2765
German
Journal Article
Fraunhofer ISI ()
Anwendungsgrad; Energiebedarf; Energieverbrauch; energy consumption; energy demand; forecast; forecasting method; Industrie; industry; penetration rate; production structure; Produktstruktur; Prognose; Prognosemethode; specific energy consumption; spezifischer Energiebedarf; spezifischer Energieverbrauch; technological change; Technologie; technologischer Wandel; technology; verarbeitendes Gewerbe

Abstract
Es wird eine Methode zur Prognose der industriellen Energiebedarfsentwicklung vorgestellt. Drei Bündel von Determinanten, die den künftigen Energiebedarf bestimmen, werden analysiert: 1. Die Änderung des industriellen Produktionsniveaus, 2. der Strukturwandel und 3. der technologische Wandel. Unter Strukturwandel wird hier sowohl die Änderung der Wertschöpfungsbeiträge der einzelnen Industriezweige zum gesamten Produktionswert als auch die Änderung in der Zusammensetzung der Produktion innerhalb der Industriezweige verstanden. Der Einfluß des Strukturwandels und der Änderung des Produktionsniveaus ergibt sich aus Prognosen zur Wirtschaftsentwicklung. Hier wird schwerpunktmäßig die Analyse des technologischen Wandels beschrieben. Dieser beeinflußt den spezifischen Energiebedarf, der als Quotient aus Energiebedarf und Produktion definiert ist. Es werden bedarfssteigernde Effekte, wie zunehmende Mechanisierung und Automation der Produktion, neue Energieanwendungen oder auch Umweltschutzma ßnahmen betrachtet. Daneben werden energiebedarfssenkende Techniken untersucht. Einige sind universell einsetzbar, wie z.B. umrichtergeregelte Drehstrommotoren. Wärmeisolation von Öfen, stromsparende Beleuchtungseinrichtungen ect. Andere energieeffiziente Techniken sind auf bestimmte Herstellungsverfahren beschränkt, bspw. das Membranverfahren bei der Chlor-Alkali-Elektrolyse, die Trockenkühlung des Kokses in den Kokereien, die Schrottvorwärmung bei der Elektrostahlerzeugung sowie das Druckschliff- und Thermoschliffverfahren bei der Holzstofferzeugung ect. Im Zuge einer einzeltechnologischen Analyse wird zunächst das technische Einsparpotential ermittelt, anhand von Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen wird ein wirtschaftliches Einsparpotential quantifiziert und zuletzt unter Berücksichtigung branchenspezifischer Hemmnisse bei der Ausschöpfung wirtschaftlicher Einsparpotentiale die Anwendungsgradentwicklung der jeweiligen Technologien.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/PX-9403.html