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Vermeidung von Abfällen durch abfallarme Produktionsverfahren: Autoreparaturlackierung

 
: Corley, M.; Toussaint, D.
: Abfallberatungsagentur Baden-Württemberg -ABAG-, Fellbach; Baden-Württemberg, Ministerium für Umwelt, Stuttgart

Fellbach: ABAG, 1991, 80 pp.
German
Book
Fraunhofer ISI ()
Schadstoffemission; Entsorgungskosten; Abfallverwertung; Gefahrstoffverordnung; Abfallminderung; Systemanalyse

Abstract
Im untersuchten Betrieb wird bereits eine Reihe von Maßnahmen zur Vermeidung und Verwertung von Abfällen durchgeführt. So werden nicht mit Härter versetzte Lackreste durch verschiedene Maßnahmen vollständig vermieden bzw. betriebsintern verwertet (Lackmischanlage, Zugabe zum Füller, Lohnlackierung). Das Aufkommen vernetzter Lackreste wird dadurch verringert, daß nur Lackmengen, die mit Sicherheit verarbeitet werden, mit Härter versetzt werden. Leere Lackbehälter werden sorgfältig restentleert. Anfallende Reinigungslösemittel aus der Spritzpistolen- und Behälterreinigung werden im Betrieb destilliert und wieder eingesetzt. Die Abdeckung der Pkws erfolgt mit Stoffbahnen, die mit Altpapierbahnen aus einer Textildruckerei abgedeckt werden. Bereits beim Einkauf wird auf schadstoffarme Produkte geachtet (schwermetallfreie Lacke, zinkchromatfreie Grundierung, halogenfreie Lösemittel, nicht nach der Gefahrstoff-Verordnung kennzeichnungspflichtige Produkte), um das Gefährdungspotential der Emissionen und Abfälle zu verringern. Die Verringerung des Anfalls von mit Lackpartikeln beladenen Filtermatten aus der Trockenabscheidung erfordert den Einsatz oversprayarmer Spritzverfahren mit hohem Auftragswirkungsgrad. Zum Auftrag von Grundierungen und Füller wird das HVLP-Verfahren mit einem gegenüber dem konventionellen Druckluft-Spritzen um 10 bis 20 Prozentpunkte höheren Auftragswirkungsgrad empfohlen. Auf der Grundlage der Lackbilanz des untersuchten Betriebs und unter der Annahme, daß das konventionelle Druckluft-Spritzen einen mittleren Auftragswirkungsgrad von 35 Prozent und das HVLP-Verfahren gegenüber dem Hochdruckspritzen einen um 15 Prozentpunkte verbesserten Auftragswirkungsgrad aufweist, läßt sich der Anfall verschmutzter Filtermatten um rund 14 Prozent reduzieren. Nach der durchgeführten Kostenvergleichsrechnung kann der Betrieb gegenüber dem Druckluft-Spritzen jährlich etwa 6900 DM an Kosten einsparen, die im wesentlichen aus dem verringerten Lackverbrauch resultieren. Die vermiedenen Entsorgungskosten spielen nur eine untergeordnete Rolle. Für den oversprayarmen Auftrag von Basis- und Decklacken steht das weiterentwickelte HVLP-Verfahren für die Reparaturlackierung von Pkws an der Schwelle zur Praxisreife. Deshalb wurden auch für den Einsatz des HVLP-Verfahrens zum Auftrag aller Lackarten das Vermeidungspotential und die Wirtschaftlichkeit ermittelt. Hierbei wurde angenommen, daß der Auftrag von Grundierung, Füller, Basis- und Decklack mit dem HVLP-Verfahren mit einem gegenüber dem Hochdruckspritzen um 15 Prozentpunkte höheren Auftragswirkungsgrad erfolgt. Damit ließe sich gegenüber dem Hochdruckspritzen der Anfall verschmutzter Filtermatten um rund 46 Prozent reduzieren.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/PX-58830.html