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Ein Verfahren zur Optimierung der Kraftwerksrevisionsplanung und -durchführung

 
: Stender, S.

Berlin u.a.: Springer, 1997, 160 pp.
Zugl.: Stuttgart, Univ., Diss. 1997
IPA-IAO Forschung und Praxis, 248
ISBN: 3-540-63168-2
German
Dissertation
Fraunhofer IPA ()
Instandhaltungssystem; Klassifizieren; Kraftwerk; Netzplantechnik; Optimierung; Planung; Projektmanagement; Revisionsplanung; Strukturierung

Abstract
Veränderungen in den Absatzmärkten durch den europäischen Binnenmarkt sowie politische Einflüsse bei der Genehmigung neuer Kraftwerke veranlassen die Energieversorgungsunternehmen, ihre Kraftwerke optimaler auszulasten. Daraus resultiert die Aufgabenstellung, durch Optimierung der Revisionsdurchführung, die Einsatzzeit eines Kraftwerkes zu erhöhen. Hierbei ist eine geeignete Reihenfolge der Revisionstätigkeiten festzulegen, ein Kapazitätsabgleich durchzuführen, um die beteiligten Gewerke an der Revision optimal auszulasten und eine Verkürzung der Revisionsdauer herbeizuführen. Gegenwärtig werden zur Revisionsdurchführung die Verfahrensweise der Netzplantechnik sowie Instandhaltungs- und Betriebsführungssysteme eingesetzt. Die Netzplantechnik ist dazu geeignet, ein genaues Ablaufnetz einer Revision aufzubauen und kritische Pfade herauszustellen. Ihr Vorteil ist die gute Visualisierung des Auftragsnetzes. Nachteilig ist jedoch, daß dies ein exaktes Verfahren mit sehr hohem Datenpflegeauf wand ist. Zudem sind Planer und Ausführender durch das Auftragsnetz gebunden, flexible Eingriffe und Abweichungen sind durch die hohe und starre Vernetzung auf ihre Auswirkungen hin nur schwer überschaubar. Instandhaltungs- bzw. Betriebsführungssysteme sind geeignet zur Untersützung der Ablauforganisation. Sie können die Revisionsplanung nur bedingt unterstützen, da sie kein Instrumentarium besitzen, die Vernetzung zwischen den Arbeiten einer Revision zu erzeugen und darzustellen, wie dies beispielsweise mit der Netzplantechnik möglich ist. Aber auch die Verbindung eines Instandhaltungssystemes mit der Netzplantechnik ist wegen der Notwendigkeit qualifizierter Daten und des beachtlichen Aufwandes zu ihrer Erstellung nicht befriedigend. In der vorliegenden Arbeit wird gezeigt, wie durch eine Kombination aus Elementen der Netzplantechnik (Balkenplandarstellung), Instandhaltungssystemen (Verwendung der Arbeitspläne und Anlagenstammdaten) sowie einer neuen Rolle des Planers (Koordination s tatt Vorgaben) eine Verbesserung in der Revisionabwicklung erreicht werden kann. Die entwickelte Verfahrensweise nutzt die technische Struktur der Kraftwerksanlage, die mit dem Kraftwerkskennzeichensystem (KKS) beschrieben wird, um die gesamte Planungskomplexität zu reduzieren. Es werden Algorithmen entwickelt, die auf Basis der Anlagenstruktur für die einzelnen Anlagenebenen eine Vorzugsreihenfolge bilden. Diese Algorithmen unterstützen einen Planer, an dieser Vorzugsreihenfolge Veränderungen vornehmen zu können, durch Optimierungsroutinen hinsichtlich Kapazität, Kosten und Durchführungszeit. Ein wesentliches Element der entwickelten Verfahrensweise ist die Visualisierung des jeweiligen Planungsergebnisses mittels einer Balkendarstellung, die den technischen Zusammenhang der Anlagenstruktur zur verdichteten Aussage über das Planungsergebnis ausnutzt. Somit können in großen Datenmengen flexibel und übersichtlich Änderungen vorgenommen werden. Das Verfahren wurde mittlerweile zur Plan un g von drei Revisionen in einem Kraftwerk eingesetzt.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/PX-58751.html