Fraunhofer-Gesellschaft

Publica

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen aus den Fraunhofer-Instituten.

Bedeutung des Makroporenflusses für den Austrag von Pflanzenschutzmitteln auf drainierten Flächen

 
: Kördel, W.; Rönnefahrt, I.

Mitteilungen der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft 80 (1996), pp.109-112 : Ill., Lit.
ISSN: 0343-107X
German
Journal Article
Fraunhofer IUCT ( IME) ()
Applikationszeitpunkt; Belastung; Drainage; Grundwassergefährdungspotential; Isoproturon; Lößboden; Makroporenfluß; Oberflächengewässer; Pendimethalin; Pflanzenschutzmittel; Sandboden

Abstract
Im Rahmen eines vom BMU/UBA geförderten Vorhabens wurden eine Reihe von Untersuchungen tum Austrag von Pflanzenschutzmitteln über die Drainage durchgeführt. Variiert wurden dabei sowohl die eingesetzten Pflanzenschutzmittel, die Applikationszeitpunkte, die Kulturen und die Flächen. Hauptuntersuchungsgebiet war die Soester Börde. Desweiteren wurde ein Feld in Brandenburg ausgewählt. Die vorgestellten Ergebnisse beziehen sich auf den Vergleich zweier Standorte (Soester Börde und Brandenburg). Desweiteren werden Befunde aus Plotversuchen zur Demonstration des Makroporenflusses in der Soester Börde dargestellt. Die Ergebnisse zeigen, daß neben dem Oberflächenabfluß von mit Pflanzenschutzmitteln behandelten Böden auch der Austrag über die Drainage zu einer Belastung von Oberflächengewässern mit Pflanzenschutzmitteln führen kann. Spitzenkonzentrationen in dem ersten Drainagefluß nach Applikation können in einer Konzentration bis 300 Mikrogramm/l auftreten. Bei Herbstanwendungen wurden Monats mittelwerte von 15 Mikrogramm/l gemessen. Demgegenüber treten nur geringe Konzentrationen bei sandigen Flächen auf. Signifikante Unterschiede können somit zwischen Löß- und Sandböden beobachtet werden. Die Abschätzung des Grundwassergefährdungspotentials von Pflanzenschutzmitteln basiert bisher sowohl beim Einsatz von Rechenmodellen als auch bei Lysimeterstudien auf Sandböden. Aufgrund der erhaltenen Ergebnisse stellt sich jedoch die Frage, ob bei der Konzentrierung auf Sandböden als "worst case" Scenarium nicht eine mögliche Grundwassergefährdung durch Makroporenfluß auf schweren Böden unterschätzt wird.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/PX-5800.html