Fraunhofer-Gesellschaft

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Bauteile aus Pulver

 
: Lenk, R.

Standort Chemie. Das Magazin für Chemie, Wirtschaft und Politik (1996), No.9, pp.20
ISSN: 0945-2737
German
Journal Article
Fraunhofer IKTS ()
Bauteil; Bindemittel; Formgebung; Heißgießen; Keramik

Abstract
Das Heißgießen, auch Niederdruckwarmspritzen oder Niederdruckspritzgießen genannt, beruht wie alle thermoplastischen Formgebungsverfahren darauf, daß das keramische Pulver durch Zugabe von thermoplastischen Bindemitteln in einen fließfähigen Zustand gebracht wird. Bei Temperaturen oberhalb des Schmelzpunktes des Binders wird die dann fließfähige Masse unter Druck in eine Metallform gespritzt, wo sie erkaltet und den Grünling bildet. Nach dem Austreiben des Bindemittels wird der Braunling gesintert. Beim Heißgießen werden jedoch im Gegensatz zum Spritzgießen oder warmplastischen Extrudieren ausschließlich Paraffine und flüssigschmelzende Wachse als Bindemittel verwendet. Die Formgebung erfolgt deshalb auch direkt aus dem schmelzflüssigen Zustand durch relativ geringe Druckbeaufschlagung. Deshalb zeichnet sich das Heißgießen durch niedrigere Energiekosten, einen deutlich niedrigeren Verschleiß an Werkzeug und Maschinenteilen und wesentlich geringere Werkzeugkosten aus. Das Heißgießverfah ren ist damit auch für kleine bis mittlere Stückzahlen interessant. Da bei den relativ niedrigen Verarbeitungstemperaturen und -drücken keine Schädigung des thermoplastischen Binders auftreten kann, ist das Recycling von Masseresten und Angüssen problemlos möglich. Das Heißgießverfahren zeichnet sich wie auch das herkömmliche Spritzgießen durch eine sehr hohe Maßhaltigkeit der Bauteile aus, so daß keine bis nur geringe Nachbearbeitungskosten entstehen.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/PX-5717.html