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Referenzmodell für die Technische Dokumentation

 
: Hitzges, A.

Heimsheim: Jost-Jetter Verlag, 1999, 159 pp.
Zugl.: Stuttgart, Univ., Diss., 1999
IPA-IAO Forschung und Praxis, 304
ISBN: 3-931388-17-4
German
Dissertation
Fraunhofer IPA ()
Fraunhofer IAO ()
Katalog; Produktgestaltung; Qualitätsmanagement; Referenzmodell; technische Dokumentation; Technische Redaktion; UML - Unified Modeling Language

Abstract
Technische Dokumentation befindet sich gegenwärtig in einem Spannungsfeld zwischen technologischen Entwicklungen und wirtschaftlichen Einsparungen. Die wachsenden qualitativen Ansprüche der Kunden bezüpglich der Präsentation und Gestaltung von technischen Dokumenten und Produktkatalogen auf unterschiedlichsten Zielmedien sowie die Forderung, durch eine integrierte Dokumentationserstellung, die für einen effizienten Entwicklungs-, Produktions- und Serviceprozeß relevanten technischen Informationen allen Phasen der Wertschöpfungskette bereitzustellen, erhöhen die Notwendigkeit, historisch gewachsene Prozesse der Techischen Dokumentation neu und effizient zu gestalten. In der vorliegenden Arbeit wird ein ganzheitliches Referenzmodell für die Entwicklung und Produktion von technischen Dokumenten und Katalogen entworfen, welches den veränderten Anforderungen des ingenieurmäßigen Umgangs mit Information Rechnung trägt und den notwendigen Wandel in der technischen Dokumentation unterstützt. I m Gegensatz zu der bisher üblichen isolierten Betrachtungsweise werden Konzepte des Softwareengineering und des Dokumentenmanagements zu einem durchgängigen Gesamtprozeß verbunden, welcher den Zielen der Mehrfachverwendung von Informations- und Medienmodulen sowie der Publikation verschiedener Medien aus einer Quelle genügt. In systematischer Weise werden für die vier zentralen Prozeßbereiche - Technische Redaktion, Qualitäts-, Projekt- und Konfiguratonsmanagement - die durchzuführenden Aktivitäten und zu erstellenden Produkte detailliert spezifiziert und durch ein umfassendes Rollenkonzept an die am Prozeß beteiligten Akteure gekoppelt. Durch die Zuordnung von eindeutig definierten Methoden der Unified Modelling Laguage für die Durchführung der einzelnen Aktivitäten sowie die Bereitstellung von Referenzprodukten als exemplarische Ergebnisinstanzen werden die sonst meist nur schwach strukturierten und kaum evaluierbaren Arbeiten der Anforderungsanalyse und der Informationsmodellierung auf eine durchgängige, formale Basis gestellt und damit auch hinsichtlich ihrer Durchführungsqualität bewertbar und verifizierbar gemacht. Eine auf dieser standardisierten Modellierung aufbauende Normierung bei der Spezifikation von Struktur, Layout und Inhalt technischer Dokumente ermöglicht, die medienunabhängige Verwaltung der Informationsmodule. Damit die im Dokumentationsbereich vorliegenden großen Informationsmengen mit wenigen Arbeitsschritten hinsichtlich ihrer Darstellung durchgängig bearbeitet werden können, wurde ein Templatekonzept neu entwickelt, welches die einheitliche Präsentation der Informationsmodule auf unterschiedliche Plattformen organisiert. Auf Basis des entwickelten Prozeßmodells werden Anforderungen und Vorgaben zur Konfiguration einer die Vorgehensweise unterstützenden Dokumentenentwicklungsumgebung abgeleitet und durch Anpassung bereits auf dem Markt verfügbarer Werkzeuge umgesetzt. Die Vorgehensweise wurde in zahlreichen industriellen Projekten angewandt. E s zeigt sich hierbei, daß das Verfahren für die betroffenden Bereiche in angemessenem Maße verständlich war und zu einer deutlich verbesserten Qualität der erstellten Dokumentationen sowie zu einer erhelbich höheren Mehrfachverwendung und damit verbundene Kosteneinsparungen bei der Erstellung technischer Dokumente realisiert werden.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/PX-55702.html