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Flexibel automatisiertes Bandagieren von Leitungssätzen

 
: Schmitt, P.

Heimsheim: Jost-Jetter Verlag, 1999, 119 pp.
Zugl.: Stuttgart, Univ., Diss., 1999
IPA-IAO Forschung und Praxis, 295
ISBN: 3-931388-09-3
German
Dissertation
Fraunhofer IPA ()
Automatisieren; Bandagieren; elektrisches Kabel; flexibles Montagesystem; Kabelkonfektion; Leitung (Elektronik)

Abstract
Die Kabelkonfektion ist durch einen sehr hohen Anteil an manuellen Montagetätigkeiten gekennzeichnet. Hier ist im Bereich der Vorkonfektion der Leitungen ein sehr hoher Automatisierungsgrad zu verzeichnen, während alle nachfolgenden Montageschritte mangels technischer Lösungen manuell ausgeführt werden müssen und somit noch Rationaliserungspoteniale bieten. Ein Ansatz zur Ausschöpfung dieser Potentiale ist im flexibel automatisierten Bandagieren von Leitungssätzen zu sehen, da das Bandagieren von allen Montageprozessen zeitlich den größten Einzelanteil darstellt. Am Beispiel von Leitungssätzen für die Kfz-Industrie fallen bis zu 30% der Montagezeit für das Bandagieren an. Ziel dieser Arbeit war deshalb die systematische Erarbeitung von wissenschaftlichen Grundlagen sowie die Konzeption und Entwicklung von Verfahren und Werkzeugen zur Realisierung einer Höherautomatisierung beim Bandagieren von Leitungssätzen. Ausgehend von einer Analyse des Aufbaus und der Montage von Leitungssätzen, i nsbesondere von Kfz-Leitungssätzen, wurden eine Einteilung der Leitungssätze in Bandagierklassen durchgeführt und die Anforderungen an ein flexibel automatisiertes System erfaßt. Aus den Ergebnissen der Analyse und unter Berücksichtigung des Standes der Technik wurden Entwicklungsschwetpunkte und Anforderungen an Gesamtsysteme zum flexibel automatisierten Bandagieren sowie deren Teilsysteme abgeleitet. Auf der Grundlage von produktspezifischen Randbedingungen werden systematische Lösungsalternativen für Teil- und Gesamtsysteme des Bandagierwerkzeuges, der Magaziniereinrichtung und der Magazinwechselleinrichtung entwickelt und bewertet sowie das jeweils beste Teilsystem ausgewählt. Zur Bestimmung des für einen Bandagierauftrag benötigten Klebebandbedarfs wurde ein allgemeingültiges Berechnungsverfahren theoretisch hergeleitet. In Versuchsreihen konnte nachgewiesen werden, daß die theoretischen Berechnungen hinreichend genau den tatsächlichen Klebebandverbrauch bestimmen. Die beim Band a gieren auftretenden Kräfte auf die Verbindungsstelle Leitung-Kontakt-Gehäuse sowie der Kraftverlauf wurden theoretisch vorausberechnet und konnten in experimentellen Versuchen bestätigt werden. Dadurch ließ sich im Vorfeld der Bandagierprozesse überprüfen, ob zulässige Maximalkräfte eingehalten werden. Die Teilsysteme wurden in einer Pilotanlage zum automatisierten Bandagieren von Leitungssätzen integriert und in Versuchen erprobt. Mit den entwickelten Verfahren und Werkzeugen konnte die technische Umsetzung des flexibel automatisierten Bandagierens von Leitungssätzen nachgewiesen und die Voraussetzungen für eine Erhöhung des Automatisierungsgrades in der Leitungssatzfertigung geschaffen werden.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/PX-47774.html