Fraunhofer-Gesellschaft

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Wird das Trittschallverhalten von Gebäudedecken derzeit richtig und ausreichend beschrieben?

 
: Scholl, W.; Maysenhölder, W.

Wksb. Zeitschrift für Wärmeschutz, Kälteschutz, Schallschutz, Brandschutz 43 (1999), No.43, pp.40-44 : Ill., Lit.
ISSN: 0341-0293
German
Journal Article
Fraunhofer IBP ()
acoustics; Akustik; architectural acoustics; Bauakustik; Bauphysik; building physics; impact sound; Lärmbelästigung; noise nuisance; protection against sound; Schall; Schallausbreitung; Schalldämmung; Schalldämpfung; Schallemission; Schallimmission; Schallpegel; Schallschutz; sound; sound damping; sound emission; sound insulation; sound level; sound propagation; Trittschall

Abstract
Ein wesentliches Geraeuschproblem in Gebaeuden stellt der sogenannte Trittschall dar, der durch unmittelbare Koerperschallanregung der Gebaeudedecken entsteht, zum Beispiel indem Personen auf der Decke herumlaufen. In Deutschland werden Decken in dieser Hinsicht gekennzeichnet, indem sie durch ein sogenanntes Norm-Trittschall-Hammerwerk angeregt werden und die entstehenden Schallpegel unterhalb der Decke gemessen werden. Rohdecken und Deckenauflagen erhalten hierbei getrennte Trittschallkennwerte, damit sie - z. B. fuer schalltechnische Prognosen - beliebig kombiniert werden koennen. Dieses Verfahren hat zwei wesentliche Voraussetzungen: 1. Dass die zum Messen verwendete Trittschallquelle in einem definierten und bekannten Zusammenhang zur interessierenden Trittschallquelle - z. B. den gehenden Menschen -steht. 2.Dass die Trittschallkenngroessen von Rohdecken und Deckenauflagen nur von diesen abhaengen und nicht von dem jeweils anderen Deckenteil oder der angewandten Quelle. Davon kann aufgrund von praktischen Erfahrungen insbesondere bei Holzbalkendecken nicht ausgegangen werden. Rechenmodelle, die im Rahmen eines zur Zeit am Fraunhofer-Institut fuer Bauphysik laufenden Forschungsvorhabens erstellt wurden, zeigen die erhebliche Wechselwirkung zwischen Rohdecke, Deckenauflage und Trittschallquelle. Zur trittschalltechnisch sauberen Beschreibung zeichnen sich zwei Moeglichkeiten ab: Entweder man legt fuer die Kennzeichnung der Decke einen bestimmten Spezialfall zugrunde - z. B. eine mit Schuhen bekleidete Person eines bestimmten Gewichtes - und simuliert diesen Spezialfall bei der Messung so genau wie moeglich, oder man verschafft sich zusaetzliche Informationen ueber die elastodynamischen Eigenschaften der Trittschallquellen und der Deckenteile und kann dann den Trittschall beliebiger Quellen auf beliebigen Kombinationen von Decken und Bodenauflagen berechnen. Die hier vorgestellten Ergebnisse von Rechenmodellen zeigen auf, in welcher Weise sich ein gehender Mensch und ein Hammerwerk auf Beton- und Holzbalkendecken unterschiedlich verhalten und wie sich die Trittschallverbesserungsfaehigkeit von Teppichen und schwimmenden Estrichen hierdurch aendert. Die Ergebnisse sollen zur Entwicklung eines Messverfahrens des Trittschallverbesserungsmasses von Bodenauflagen auf leichten Decken und zur Entwicklung von Decken und Auflagen mit hoher Trittschalldaemmung dienen.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/PX-41858.html