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Vergleich des Versickerungsverhaltens eines Phenoxycarbonsäureherbizides in unterschiedlichen Böden mittels Freiland-Lysimeter

 
: Kroker, J.; Traub-Eberhard, U.

Laux, W. ; Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft:
48. Deutsche Pflanzenschutztagung 1992
Berlin: Parey, 1992 (Mitteilungen aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft 283)
ISBN: 3-489-28300-7
pp.107
Deutsche Pflanzenschutz-Tagung <48, 1992, Göttingen>
German
Conference Paper
Fraunhofer IUCT ( IME) ()
groundwater contamination; leaching; lysimeter; outdoor; phenoxycarboxylic herbicide; potential; simulation; soil contamination

Abstract
Das Versickerungsverhalten eines Phenoxycarbonsäureherbizides wurde mittels Freiland-Lysimeter auf zwei Böden unterschiedlicher Bodentextur und Kohlenstoff-Gehalt untersucht. Gestestet wurde an ungestörten Bodenkernen (1,2 m tief, 1 qm Oberfläche) landwirtschaftlich genutzter Böden bei wechselnder Kulturfolge. Der schluffige Sandboden (im Folgenden als "sandig" bezeichnet), der die für Lysimeterstudien im Zulassungsverfahren vorgeschriebenen Bodeneigenschaften erfüllt (1), enthielt im Oberboden nur ca. 1,5 % organischen Kohlenstoff sowie einen Sandanteil von ca. 70 %. Im Vergleich dazu wies der Oberboden des "lehmigen Lysimeters" (schluffiger Lehm) mit ca. 21 % einen geringeren Sandanteil und einen höheren Anteil an organischem Kohlenstoff auf. Die 14C-markierte Phenoxycarbonsäure wurde in Form des Isobutylesters in einer Einfachanwendunng und entsprechend einer Aufwandmenge von 0,7 kg/ha im Frühjahr auf Sommerweizen appliziert. Während der gesamten Versuchsdauer von zwei Jahren fielen ca. 970 Liter Sickwasser pro Lysimeter an, wobei sich die Sickerwassermengen der Einzellysimeter nicht nennenswert voneinander unterschieden. Weder im Sickerwasser der beiden "sandigen" noch im Sickerwasser des "lehmigen Lysimeters" konnte Wirkstoff oder dessen Ester nachgewiesen werden (Nachweisgrenze: 0,025 myg/l). Ein "Preferential Flow", d.h. ein unabhängig von Stoffeigenschaften wie Halbwertszeit und Sorption erfolgender Stofftransportdurch Makroporen, konnte unter den experimentellen Bedingungen bei keinem der beiden Böden beobachtet werden. Jedoch zeigte der schluffige Lehmboden ein deutliche höheres Sorp tionspotential. So wurden polare Abbauprodukte von insgesamt 121 myg im Sickerwasser der "sandigen", jedoch nur 40 myg im Sickerwasser des "lehmigen Lysimeters" detektiert. (1) BBA, Richtlinie für die Prüfung von Pflanzenschutzmitteln, Teil IV, 4-3. Februar 1990, Lysimeteruntersuchungen zur Verlagerung von Pflanzenschutzmitteln in den Untergrund.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/PX-39638.html