Fraunhofer-Gesellschaft

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Schalldämmung mit Wärmedämmverbundsystemen. Teil 1: Systeme mit elastifizierten Polystyrol-Dämmplatten

 
: Scholl, W.

Bauphysik 21 (1999), No.1, pp.20-28 : Ill., Lit.
ISSN: 0171-5445
German
Journal Article
Fraunhofer IBP ()
architectural acoustics; Bauakustik; Dämmplatte; elasticity; Elastizität; facade; Fassade; insulating board; polystyrene; Polystyrol; Schalldämmung; sound insulation; system

Abstract
Am Fraunhofer-Institut fuer Bauphysik wurden 26 Waermedaemmverbundsysteme mit elastifizierten Polystyrol-Daemmplatten schalltechnisch untersucht. Hieraus wurden Diagramme abgeleitet, die es erlauben, aus der errechneten Doppelwandresonanz der Systeme deren Einfluss auf die Schalldaemmung von Massivwaenden vorherzusagen. Es ergaben sich Verbesserungen des bewerteten Schalldaemm-Masses von bis zu 13 dB und A-Schallpegelsenkungen von bis zu 11 dB gegenueber Rosa Rauschen bzw. 9 dB gegenueber standardisiertem Verkehrsgeraeusch. Es ist zu beachten: Die Senkung von Verkehrsgeraeuschen durch Anbringen von Waermedaemmverbundsystemen bleibt 5 dB bis 7 dB hinter der Anhebung des bewerteten Schalldaemm-Masses der Massivwaende zurueck. Um zu vermeiden, dass ein System zwar das bewertete Schalldaemm-Mass der Traegerwand anhebt, jedoch gleichzeitig der A-bewertete Verkehrsgeraeuschpegel im Raum hinter der Wand steigt, muessen die Spektrum-Anpassungswerte beruecksichtigt werden. Eine zusaetzliche Ver duebelung senkt die Verbesserung durch das Waermedaemmverbundsystem um etwa 2 dB. Die Daemmschichtsteife bei elastifiziertem Polystyrol war lokalen Schwankungen unterworfen. Ebenso scheinen Art und Flaechenanteil der Verklebung die Steifigkeit der Daemmschicht zu beeinflussen. Trotzdem sind die errechneten Doppelwandresonanzen des Waermedaemmverbundsystems etwa proportional den gemessenen, wobei die gemessenen Werte tendenziell niedriger ausfallen. Mit Rechenmodellen konnte gezeigt werden, dass Dickenschwingungen in der Daemmschicht Ursache fuer die Begrenzung der Luftschallminderung auf rund 15 dB ab etwa 300 Hz sind. Hier waere es kuenftig sinnvoll, Dichte und Daempfung der Daemmschicht bei Messungen mit zu erfassen. Die Verbesserung des Schalldaemm-Masses durch Waermedaemmverbundsysteme ist von der Masse der Traegerwand praktisch unabhaengig, wenn diese wenigstens 10 mal schwerer als das Waermedaemmverbundsystems ist. Der Einfluss eines Waermedaemmverbundsystems auf eine Aussenwand mit Fenster wird an einem Beispiel erlaeutert. Auch die Laengsdaemmung einer Massivwand und damit der Schallschutz zwischen benachbarten Wohnungen koennen durch ein Waermedaemmverbundsystem sowohl negativ als auch positiv beeinflusst werden. Hier spielt die Stossstelle Laengswand-Trennwand eine erhebliche Rolle. Verbesserungswerte des Waermedaemmverbundsystems fuer den direkten Schalldurchgang koennen hier nicht angewendet werden. Die schalltechnischen Messungen an den Waermedaemmverbundsystemen wurden im Auftrag der Firma Koch Marmorit in 79282 Bollschweil durchgefuehrt.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/PX-32485.html