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Regionale ökotoxikologische Risikoabschätzung. Möglichkeiten und Grenzen

 
: Lepper, P.; Klein, M.; Knoche, H.; Herrchen, M.

Totsche, K.; Matthies, M.; Strutzenberger, F.; Petek, W.; Klöpffer, W.; Czedik-Eysenberg, P.; Meinholz, H.; Fiedler, H.; Alef, K.; Hutzinger, O. ; Österreich, Umweltbundesamt:
ECO-INFORMA '94. 3. Fachtagung und Ausstellung für Umweltinformation und Umweltkommunikation. Band 7. Ökobilanzen, Produktlinienanalysen, Öko-Audit, UVP, Integrierter Umweltschutz, Modellierung und Risikoabschätzung, Ökometrie
Wien: Umweltbundesamt, 1994
ISBN: 3-85457-187-7
ECO-INFORMA <3, 1994, Wien>
German
Conference Paper
Fraunhofer IUCT ( IME) ()
pesticide; Pestizid; Risikoabschätzung; risk assessment

Abstract
Zur präziseren Abschätzung ökotoxikologischer Risiken durch Stoffe oder Prozesse werden in immer stärkeren Maße Bewertungskonzepte nachgefragt, die räumlich differenzierte Aussagen ermöglichen, so z.B. im Rahmen von Ökobilanzen zur vergleichenden Bewertung der Umweltwirkungen von Produktionsprozessen in unterschiedlichen Regionen (Standortentscheidungen) oder z.B. auch zur regionalen Bewertung von Umweltrisiken bei Anwendung von Pestiziden. Durch die projektierte Vereinheitlichung und Vereinfachung der Zulassung von Pestiziden in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (Direktive 91/414EEC [1]) wird ein solches räumlich differenzierendes Bewertungskonzept dringend erforderlich, da Mitgliedstaaten einem auf EU-Ebene zugelassenen Pestizid die Registrierung auf nationaler oder regionaler Ebene nur verweigern können, falls die Umweltbedingungen oder die landwirtschaftliche Praxis nicht mit den bei der Zulassung zugrunde gelegten Bedingungen vergleichbar sind. Im folgenden wird ein EDV- gestütztes Konzept zur räumlich differenzierenden Bewertung der ökotoxikologischen Risiken von Pestiziden beschrieben, welches als Hilfe im Entscheidungsprozeß eingesetzt werden kann. Es orientiert sich einerseits eng an weithin akzeptierten Verfahren zur Risikobewertung, wie z.B. dem Einsatz von Expositionsszenarien zur Abschätzung der "Predicted Environmental Concentration" (PEC) oder der Ableitung des Risikos aus dem PEC/PNEC-Quotienten (PNEC = Predicted Concentration of No-Environmental Concern). Auch der Bedarf an chemisch-physikalischen Stoffdaten sowie an Wirkdaten (Ergebnisse aus ökotoxikologischen Tests) geht zur Zeit nicht über die im Zulassungsverfahren für Pestizide ohnehin geforderten Angaben hinaus. Andererseits wird dieser Ansatz durch Implementierung eines Geographischen Informationsssystems (GIS) mit räumlichen Variablen, wie etwa Daten zu Bodeneigenschaften, Klima, Topographie und Landnutzung kombiniert, um die gewünschte räumliche Differenzierung in der Risikobewert u ng zu erreichen. Die erreichbare räumliche Auflösung der Bewertungsergebnisse ist dabei vom Detaillierungsgrad (Maßstab) der Eingabedaten abhängig. Durch Datenaggregation ist es möglich, kleine Flächen zu größeren Einheiten zusammenzufassen, so daß ja nach Infomationsbedarf Aussagen bezüglich der Belastbarkeit lokaler, regionaler, nationaler oder supranationaler Bezugsräume durch das zu bewertende Pestizid getroffen werden können. Die Ergebnisse der Bewertung werden in Form von Karten dargestellt.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/PX-31563.html