Fraunhofer-Gesellschaft

Publica

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen aus den Fraunhofer-Instituten.

Recyclinggerechte Gestaltung technischer Produkte am Beispiel Fernsehgeräte

 
: Lang, J.; Hiessl, H.

Angerer, G.; Bierhals, R.; Hipp, C.; Kalb, H.; Lang, J.; Marscheider-Weidemann, F.; Nathani, C.; Reger, G.; Schön, M. ; Umweltbundesamt -UBA-, Berlin:
Innovationspotentiale von Umwelttechnologien : Innovationsstrategien im Spannungsfeld von Technologie, Ökologie und Ökonomie
Heidelberg: Physica-Verlag, 1998 (Technik Wirtschaft und Politik 32)
ISBN: 3-7908-1125-4
pp.241-256
German
Book Article
Fraunhofer ISI ()
recyclinggerechtes Konstruieren; Entsorgung; Wiederaufbereitung; Gesetzgebung; Fernsehempfänger; montagegerechtes Konstruieren; Fernsehgerät; Modulbauweise; Modul (Baugruppe)

Abstract
Ein Grundprinzip für die recyclinggerechte Konstruktion eines Systems ist die modulare Konzeption. Systeme mit einer langen Lebensdauer und einem starken Wandel in der Systemtechnologie, wie sie Fernsehgeräte darstellen, können nicht wiederverwendet werden. Sie müssen entsorgt werden. Die Konstruktion muß dabei so gestaltet sein, daß die Beseitigung ohne Folgen für die Umwelt möglich ist. Konventionelle Fernsehgeräte können aus bis zu 4000 verschiedenen Substanzen bestehen, von denen viele als umweltschädlich einzustufen sind. Im Zuge der recyclinggerechten Konstruktion ist es ein Ziel, Problemstoffe zu vermeiden und die Werkstoffvielfalt zu reduzieren. Bei elektronischen Bauteilen und dem Gehäuse kann das durch gehäuselose Bauelemente in SMD-Technik, einem Stahlblech- anstelle von Kunststoffgehäuse und den Austausch von Kabel und Steckverbinder aus PVC in solche aus Polyethylen erfolgen. Bei Platinen steht der konsequente Verzicht auf flammengeschützt ausgerüstete Duroplastleiterplatten und deren Substitution durch Bauelementträger aus Stahlblech an, welches aus Isolationsgründen mit Keramik oder mit Kunststoffen beschichtet ist. Um eine rationelle Demontage und eine wirtschaftliche Aufarbeitung zu erreichen, sollten neben der konstruktiven Trennung einzelner Baugruppen Werkstoffe verwendet werden, die gut recyclebar sind. Auch neue Sicherheitskonzepte (z. B. geschlossene Metallboxen als Flammschutz) könnten einen Beitrag leisten. Zu überlegen wäre auch, ob auf Baugruppen verzichtet werden kann, z. B. auf große Lautsprecher mit Verstärkerstufen, wenn das Gerät an die Stereoanlage angeschlossen wird. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch produktbegleitende Informationssysteme. Eine Bauteilkennzeichnung oder ein universeller Informationsfluss erleichtert Trennung und Sortierung (z. B. Einprägung einer BTX-/Telefonnummer). Unterstützt werden kann die umweltgerechte Gestaltung durch rechtsverbindliche Regelung der Entsorgung, durch Vorschriften oder Richtlinien für den konstruktiven Flammschutz und durch ein flächendeckendes Entsorgungsnetz.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/PX-31414.html