Fraunhofer-Gesellschaft

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Interpretations- und Optimierungsverfahren

 

Kuhn, A.; Reinhardt, A.; Wiendahl, H.-P.:
Handbuch Simulationsanwendungen in Produktion und Logistik
Braunschweig: Vieweg, 1993 (Fortschritte in der Simulationstechnik 7)
ISBN: 3-528-06581-8
pp.369-398
German
Book Article
Fraunhofer IPA ()
Fertigungssystem; Optimierung; Optimierungsmethode; simulation; Simulationsprogramm

Abstract
Aufbauend auf Simulationsergebnissen ist eine Analyse von komplexen Fertigungsstrukturen möglich. Eine Aufbereitung der Simulationsergebnisse als Standardfunktionalität von Simulationsprogrammen erfolgt in der Regel nur in Form von Tabellen, Grafiken oder Gantt-Diagrammen. Die Aufbereitung und Interpretation der Simulationsergebnisse hinsichtlich möglicher Optimierungspotentiale, die durch gezielte Parametervariationen zu erschließen sind, obliegen dem Planungsingenieur oder Simulationsspezialisten. Sollen auch stochastische Einflüsse auf die Ergebnisse von Simulationsläufen, wie sie durch die Vorgabe von Ausfallwahrscheinlichkeiten der eingesetzten Anlagenkomponenten eingebaut werden können, bei Bewertungen und Optimierungen berücksichtigt werden, sind umfangreiche statistische Analysen erforderlich. Durch ein stufenweises Erweitern bestehender Simulationsprogramme um Bewertungskomponenten, Parameteroptimierungsmodule und Projektverwaltungsmodule sind Verbesserungen in der Planungsqua lität hinsichtlich Zeitaufwand und Aussagesicherheit möglich. Die Definition einheitlicher Schnittstellen für die datentechnische Kopplung von den der Simulation vor- und nachgelagerten Programmodulen stellt hierfür die zwingend erforderliche Grundlage dar. Der Expertensystemansatz zur Optimierung von Produktionssystemen kann insbesondere im Bereich der Unterstützung des Planers sinnvoll eingesetzt werden. Eine automatische Optimierung ist nur in Sonderfällen möglich. Ein neuer Weg zur Optimierung im Bereich der simulationsgestützten Reihenfolgeplanung wird durch den Einsatz von "genetischen Algorithmen" beschritten. Für das Feld universell einsetzbarer Simulatoren stellt die interaktive Simulation eine Möglichkeit dar, die Realitätsnähe des Simulationsablaufs zu steigern, ohne das zugrundeliegende Simulationsmodell unnötig komplex werden zu lassen. So ist durch Einbeziehung des Planers eine Optimierung zu erzielen. Insbesondere für Spezialsimulatoren, also Simulationsprogramme für ei n fest definiertes Einsatzgebiet, erscheint der Weg zu "integrierten Planungsumgebungen", die neben dem Simulationsmodul sowohl eine Unterstützung bei der Modellerstellung als auch bei Bewertung und Optimierung bieten, für eine effiziente Planung von Produktionssystemen und die notwendige Verwaltung der Planungsstudien von Bedeutung. Da mit der Optimierung eines Produktionssystems immer auch ein mehrmaliges Simulieren von Planungsalternativen verbunden ist, ergeben sich für die Entwickler von Simulationsprogrammen neben dem hohen Benutzerkomfort besonders Anforderungen hinsichtlich hoher Simulationsgeschwindigkeiten. Weitere Potentiale zur Laufzeitverkürzung werden durch den Einsatz von Parallelrechnern gesehen, für die aber noch die für die Planung und Steuerung von Produktionsprogrammen geeigneten Simulationsprogramme entwickelt werden müssen.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/PX-19818.html