Fraunhofer-Gesellschaft

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Energieeffizienz, Strukturwandel und Produktionsentwicklung der deutschen Industrie

 
: Jochem, E.; Bradke, H.

Stein, G.; Wagner, H.F.:
Das IKARUS-Projekt in Deutschland: Strategien für 2000-2020
Berlin: Springer, 1999
ISBN: 3-540-65375-9
pp.153-168
German
Book Article
Fraunhofer ISI ()
energy efficiency; industry; optimization; mathematical model; energy conservation; Energieeinsparung; Federal Republic of Germany; data; water heating; Strukturwandel; Klimaschutz; simulation; Energiegewinnung; Energieversorgung; Selbstverpflichtung; Energieverbrauch; Klimakonvention; Energiewirtschaft; Energiepolitik; Wirtschaftszweig; Effizienzkriterium; Kohlendioxid; Energiemarkt; contracting; Energiebedarf; economies of scale; Energieträger; Zielanalyse; Innovationspotential; Energieeffizienzpotenial; Bundesrepublik Deutschland

Abstract
Die immer wieder geäußerte Meinung, der spezifische Energiebedarf könne durch weitere Effizienzsteigerung kaum noch gesenkt werden und man nähere sich dem theoretischen Minimum, verkennt technologische Möglichkeiten und Entwicklungstrends der kommenden zwei Jahrzehnte: Unnötig zu erwärmende Stoffströme seien es der Stickstoff in der Verbrennungsluft, das Wasser als Lösemittel oder seien es Produktionsstufen mit Fehlchargen, Verschnitt oder Stäube - werden zunehmend vermieden energieintensive Verfahren werden durch weniger energieintensive ersetzt, z.B. durch Membranverfahren, neue Katalysatoren, Enzyme, Gentechnik, endabmessungsnahes Giessen von Metallen oder Lasertechniken statt mechanischer Zerspanung. Neben der Absenkung des spezifischen Nutzenergiebedarfs durchdie Prozeßsubstitution besteht bei der Prozeßwärmeerzeugung vielfach die Chance, die exergetische Nutzung von Brennstoffen und Strom wesentlich zu verbessern, indem z.B. in Öfen und Trocknern vielfach Gasturbinen statt Brenner eingesetzt werden oder Elektronergie substituiert werden kann. Bei diesen Überlegungen müssen die derzeitigen Kosten neuer Techniken nicht auf Dauer hoch bleiben, denn Lerneffekte und Economies of Scale eröffnen neue wirtschaftliche Potentiale. Diese Potentiale von Strukturwandel, Energieeffizienz und Produktionsentwicklung führen zuzüglich den Brennstoffsubstitutionsmöglichkeiten zum Fazit, daß der spezifische Energiebedarf der Industrie auch in den kommenden zwei Jahrzehnten mit deutlich mehr als einem Prozent pro Jahr weiter rückläufigsein wird (und für spezifische CO2-Emissionen eher bei gut 2 Prozent pro Jahr). In Analogie zur Reservenseite der nicht-erneuerbaren Energieträger könnte man sagen: Die statische Reichweite der wirtschaftlichen Energieeffizienzpotentiale von zwei Jahrzehnten bleibt auf absehbare Zeiträume konstant. Die hinter dieser Schlußfolgerung liegenden Erklärungen und realen Antriebskräfte technologischer, wirtschaftlicher und unternehmerischer Art sind übrigens die gleichen wie beim Energieangebot.

 

The report describes in condensed form the investigation results for the partial project Industry up to the summer of 1995. The analysis sets new standards with its attempt to describe individual sectors of end-use energy consumption such as water heating or energy-intensive processes with their conservation potentials and costs. That this target was set very high for such a complex sector as industry, especially in view of the relatively short project period, is shown by the fact that, now and then, questions do crop up in the report that could not be answered. But as the IKARUS database will be updated and the optimization model will be applied, there will be a refined approach in the future with improved data regarding existing and new technologies.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/PX-12081.html