Fraunhofer-Gesellschaft

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Einkauf ohne Risiko?

Risiko- und Kostenminimierung bei internationalen Beschaffungen
 
: Schmitt, Robert; Kukolja, Janko

Qualität und Zuverlässigkeit : QZ 53 (2008), No.6, pp.74-75
ISSN: 0033-5126
ISSN: 0720-1214
German
Journal Article
Fraunhofer IPT ()
Beschaffung; Beschaffungsorganisation; Beschaffungsplanung; Beschaffungssicherheit; Niedriglohnland; Produktqualität; Qualitätsmanagementsystem; Qualitätssicherung; Risikoabschätzung; Risikobewertung; Risikomanagement; Qualitätsmanagement

Abstract
Beschaffung aus Niedriglohnländern in Asien oder Osteuropa bleibt trotz hoher Attraktivität mit Risiken verbunden. Das Fraunhofer IPT hat ein ganzheitliches Qualitätskonzept entwickelt, mit dem das Risiko so gering wie möglich gehalten werden kann und die Produktqualität gesichert werden kann. Ein Aspekt einer Risikoreduzierung bei internationalen Beschaffungen ist eine hohe Transparenz der Beschaffungskosten. Die Methode 'Total Cost of Supply' ermöglicht die zielgerichtete Gesamtkostenbetrachtung von Aktivitäten produzierender Unternehmen zur Beschaffung von Sachgütern. Die Voraussage der Beschaffungskosten betrachtet nicht nur Zölle, Zukaufteil- und Transportkosten sondern den gesamten Lebenszyklus der Beschaffung, der mit dem Aufwand für die Suche von Lieferanten beginnt und mit der Auflösung des Lieferantenverhältnisses endet. Ausschlaggebend ist die Einbeziehung von Opportunitätskosten wie entgangene Rabatte bei alternativen Lieferanten und der Nonkonformitätskosten, die auftreten, wenn ein Zukaufteil nicht den geforderten Spezifikationen entspricht. Der zweite Aspekt ist die Auswahl geeigneter Absicherungsmechanismen, wie der Einsatz von Back-up-Lieferanten, Möglichkeiten zur Eigenfertigung bei Lieferverzug oder eine Erhöhung der Bevorratung. Dazu ist eine Analyse der unternehmerischen Rahmenbedingungen unabdingbar. Einbezogen werden müssen die Wiederbeschaffungszeit, alternative Transportmöglichkeiten, eigene Fertigungskompetenzen und freie Ressourcen. Außerdem müssen die Beschaffungsprozesse an das Risiko bezüglich Lieferverzug, Qualitäts-oder Kommunikationsprobleme angepasst werden. Für diese Anpassung wird eine Risikoklassifzierung vorgenommen in den Kategorien Lieferant, Kunde, Markt, Zukaufteil. Diese Kategorisierung findet sich im Beschaffungsprozess wieder. Dadurch wird der Gesamtaufwand für die Beschaffung verringert, da die Prozesse weniger risikobehafteter Beschaffungen nur die zwingend notwendigen Aktivitäten beinhalten. Risikoreiche Beschaffungsvorgänge werden qualitativ abgesichert.
Entnommen aus TEMA

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-77925.html