Fraunhofer-Gesellschaft

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Antifouling für Polymerwerkstoffe in der Energietechnik

 
: Kaune, M.

Deutsche Gesellschaft für Galvano- und Oberflächentechnik -DGO-, Düsseldorf:
Werkstoffe und Oberflächen für die Energietechnik : Erzeugung, Anwendung und Optimierung. Berichtsband über das 29. Ulmer Gespräch am 10. und 11. Mai 2007 in Neu-Ulm (Donau)
Bad Saulgau: Leuze, 2007
ISBN: 978-3-87480-235-2
pp.80-87
Ulmer Gespräch <29, 2007, Neu-Ulm>
German
Conference Paper
Fraunhofer IFAM ()
Unterwasserschutzanstrich; maritimer Bewuchs; metallorganische Verbindung; Erodieren; Biozid; Schiff; Off-Shore Anlage

Abstract
Die im maritimen Lebensraum sich bildenden Bewuchsorganismen beeinflussen auch die darunter liegende korrosionsschützende Beschichtung. So bilden die Mikrofoulingorganismen nicht nur die Grundlage für die nachfolgenden Makroorganismen, sondern können aufgrund ihrer Stoffwechselprodukte die Lackschicht direkt negativ beeinflussen. Durch die zur Bewuchsbekämpfung eingesetzten extrem toxischen, biozidhaltigen Tributylzinn-Coploymer-Verbindungen (TBT) wurden lebende Organismen abgetötet und neuer Bewuchs verhindert. Die hochtoxische Wirkung hatte jedoch auch Nachteile, so dass TBTs verboten wurden. Danach ist im Hinblick auf die Wirksamkeit und Umweltverträglichkeit von Antifoulingprodukten die Differenzierung der Produkte bezüglich der darin enthaltenen Biozide von wesentlicher Bedeutung. Das Antifoulingkonzept muss dann auch auf den jeweiligen Schutzbedarf abgestimmt sein. Bei den konventionellen, erodierenden Beschichtungssystemen wird unterschieden zwischen dem Controlled Depetion Polymer (CDP - hydrating antifouling) und dem Self polishing Copolymer (SPC - hydrolysing antifouling). Beide Systeme setzen kontinuierlich ein Biozid frei. Bei den CDPs löst sich das Biozid nach und nach aus der Beschichtung heraus. Beim SPC wird die obere biozidtragende Schicht von der Wassererosion abgetragen, was den Vorteil hat, dass immer wieder eine neue Oberfläche mit frischem Biozid vorliegt und es somit zur Bewuchsverhinderung kommt. Im Vergleich zur CDP ist die SPC extrem weich und verbraucht sich je nach Schichtdicke in einer bestimmten Zeit und begrenzt sich aufgrund des selbstpolierenden Effekts auf eine Obergrenze. Ferner benötigen SPC Mindestgeschwindigkeiten von etwa 15 bis 25 Knoten, um zu funktionieren. Die SPC ist also sehr gut für eine Schiffsbeschichtung geeignet. Auch bei den biozidfreien erodierenden Beschichtungssystemen liegt der Vorzug für im Wasser stehende Bauwerke bei der CDP-Beschichtung. Das nichterodierende System FRC (Foul-Release-Coatings) zeichnet sich durch die sehr geringe Oberflächenspannung und Antihaftwirkung aus. Bewuchs kann zwar nicht vollständig verhindert werden, ist aber sehr leicht entfernbar.
Entnommen aus TEMA

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-74639.html