Fraunhofer-Gesellschaft

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Kippgefahr von Papierrollen und Altpapierballen

 
: Hasselmann, G.

DEKRA Automobil GmbH, Stuttgart:
Symposium "Ladungssicherung im Straßengüterverkehr"
Neumünster, 2001
7 pp.
Symposium über Ladungssicherung im Straßengüterverkehr <2001, Neumünster>
German
Conference Paper
Fraunhofer IML ()
transport; Kippverhalten; Rutschverhalten; Sicherheitsfaktor; Verladeanordnung; Fahrversuch; Altpapier-Ballen; Papierrolle

Abstract
"Grau ist alle Theorie" - unter diesem Motto könnte die Diskrepanz zwischen den ersten theoretischen Betrachtungen und den späteren Ergebnissen der verschiedenen Untersuchungen an stirnseitig stehenden und liegenden schmalen Papierrollen zusammengefasst werden.
Ausgehend von der Fragestellung, wie breit eine stirnseitig stehende Papierrolle sein darf oder gar Verbunde aus drei oder vier Rollen sein dürfen, damit sie bei einem Transport auf einer Lkw Ladefläche nicht umkippen, wurden zunächst theoretische Betrachtungen vorgenommen. Die Überprüfung dieser Ergebnisse an Original-Papierrollen auf realen Lkw-Ladeflächen erbrachte deutlich von der Theorie abweichende Ergebnisse. Es wurden daraufhin sowohl für einzeln stehende Papierrollen als auch für die Verbunde (3-er, 4-er) stirnseitig stehender Papierrollen Sicherheitsfaktoren abgeleitet und festgelegt. Die Übertragung der Ergebnisse für die t"gliche praktische Arbeit der Verlader erfolgte in Form von Nomogrammen. Aus diesen kann für jeden Rollendurchmesser die maximal zul"ssige Rollenbreite entnommen werden, die für einen sicheren Transport nicht zu überschreiten ist. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse durch die vom DEKRA Crash-Zentrum in Neumünster durchgeführten Fahrversuche überzeugend untermauert.
In analoger Weise wurde das Kippverhalten von liegenden schmalen Papierrollen untersucht, Auch für diese Verladeanordnung wurden mit Hilfe der Untersuchungsergebnisse Sicherheitsfaktoren definiert und ebenfalls für den Praktiker leicht anzuwendende Nomogramme erstellt.
Alle Ergebnisse, sowohl die für stirnseitig stehende als auch die für liegende schmale Rollen flieáen im neu konzipierten Blatt "Papierrollen" in die Novelle der VDI-Richtlinie 2700 ein.
Ihre Fortsetzung finden die vom Fraunhofer Institut IML bereits durchgeführten Untersuchungen zur Zeit bei Fragestellungen zum Transport von Altpapier-Ballen. Das Fraunhofer Institut IML hat mit seiner mobilen Mess- und Prüftechnik bereits eine Anzahl von Messungen sowohl zum Rutsch- als auch zum Kippverhalten durchgeführt, welche erste Aussagen ermöglichen. Dabei hat sich aber auch gezeigt, das Altpapiere in großem Umfang in Bezug auf ihre Oberflächenqualität und Ballengeometrie variieren können. Deutlich geworden ist auch, dass die unterschiedlichen Umreifungstechniken zur Ballenbindung mit Bindedraht Einfluss sowohl auf das Rutsch- wie auch auf das Kippverhalten haben. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Wirkung von offenen Joloda Schienen, welche die Bewegung der Ballen quer zur Fahrtrichtung erheblich beeinflussen. Um im Rahmen dieser Thematik zu Ergebnissen zu gelangen, welche als statistisch abgesichert gelten können, sind weitere Messungen mit unterschiedlichen Ballengeometrien und Altpapierqualitäten auf unterschiedlichen Lkw-Ladeflächen zwingend erforderlich.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-7455.html