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Synthetisches Methan für Lkw und Schiffe - Akteurslandschaft und Marktentwicklungsvoraussetzungen in Deutschland

Zwischenergebnisse der Akzeptanzforschung im Projekt MethSys
 
: Scherrer, Aline; Burghard, Uta

:
Fulltext urn:nbn:de:0011-n-6185614 (1.0 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: 0ddf4d46f2c5a2ae0792c8982266af0b
Created on: 17.12.2020


Karlsruhe: Fraunhofer ISI, 2020, 36 pp.
Working Paper Sustainability and Innovation, S 10/2020
English
Report, Electronic Publication
Fraunhofer ISI ()

Abstract
Synthetisches Methan aus erneuerbaren Energien (EE-Methan) stellt eine neue Option zur Dekarbonisierung des Energiesystems insbesondere bei energieintensiven Anwendungen dar. Im Verkehrsbereich finden sich diese energieintensiven Anwendungen vor allem im Straßengüterverkehr und Schiffsverkehr. Neben techno-ökonomischen Betrachtungen sind auch sozialwissenschaftliche Fragestellungen relevant, denn eine neue Technologie wie EE-Methan muss bei verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren Unterstützung erfahren, um sich durchsetzen zu können. In diesem Working Paper werden die folgenden Fragen mittels einer Medien- und Publikationsanalyse untersucht: Welche Akteure aus welchen gesellschaftlichen Teilsystemen sind beim Thema EE-Methan (und speziell in den Anwendungen Lkw und Schiff) in Deutschland aktiv? Welche Voraussetzungen für eine zukünftige Marktentwicklung von EE-Methan lassen sich daraus ableiten? Die Forschungsfragen werden jeweils zunächst für das Thema EE-Methan allgemein und anschließend für dessen Anwendung im Straßengüterverkehr und der Schifffahrt untersucht und diskutiert. Dieses Papier richtet sich an politische Entscheider:innen, aber auch an Akteure aus Forschung und Industrie, etwa, um neue Netzwerke im Thema EE-Methan zu initiieren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Technologie EE-Methan gesamtgesellschaftlich bisher fast ausschließlich in Fachkreisen diskutiert wird. Gleichzeitig sind, insbesondere aus Forschung und Industrie, schon vielfältige Akteure im Thema aktiv. Bei den aktuellen Aktivitäten und Vorhaben ist jedoch noch ein starker Fokus auf Forschung und Entwicklung zu verzeichnen und bei der Finanzierung spielt die öffentliche Hand eine dominante Rolle. Dementsprechend erfolgt noch wenig öffentlich wahrnehmbare Forschung in privaten Unternehmen und auch Lobbyarbeit für EE-Methan ist bisher noch wenig zu verzeichnen. Sofern eine weitere Unterstützung von EE-Methan angestrebt wird, sollten dabei folgende, aus den Ergebnissen abgeleitete, Handlungsempfehlungen berücksichtigt werden: Für die Bereitstellung von Geldern für die weitere Entwicklung von EE-Methan ist auch zukünftig zunächst die Politik in der Pflicht. Der Staat sollte dabei verstärkt auf Demonstrationsprojekte setzen. Diese bieten eine Plattform für die Kooperation zwischen unterschiedlichen Akteuren. Außerdem sind sie wichtig, um Erfahrungen mit der Anwendung der Technologie zu sammeln und die Technologie in der Gesamtgesellschaft bekannter zu machen. Gleichzeitig ist für die weitere Verbreitung von EE-Methan mehr Engagement von Seiten der Industrie notwendig. Durch unternehmerisches Experimentieren und Produzieren wird der Schritt von der Forschung zur Anwendung vollzogen und die Entwicklung der Technologie gefördert. Für die Nutzung von EE-Methan im Lkw- und Schiffsbereich können Erfahrungen aus dem Einsatz von fossilem Erdgas in diesem Bereich eingebracht werden. Erfahrene Akteure aus dem Erdgas-Bereich können so das neue Innovationssystem rund um EE-Methan stärken. Schließlich gilt es, für die weitere Entwicklung dieser Technologien mehr Lobbyarbeit zu etablieren, bestehende Netzwerke auszubauen und neue zu schaffen. Ein solches Vorgehen integriert auch die Organisationen, die bisher in anderen Bereichen wie der Automobilherstellung oder der Energieversorgung tätig waren und sich nun an der Herstellung und Verteilung von EE-Methan beteiligen. Die Aktivitäten im Bereich EE-Methan können koordiniert und strategisch ausgerichtet werden, indem beispielsweise neue Institutionen, die als eine Art Koordinationsplattform fungieren, geschaffen werden.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-618561.html