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Laserhybridschweißen von dickwandigen Stählen mit elektromagnetischer Schmelzbadunterstützung

 
: Gumenyuk, Andrey; Üstündag, Ömer; Gook, Sergej; Rethmeier, Michael

Meyer-Noack, S. ; Schiffbautechnische Gesellschaft e.V. -STG-, Hamburg; Deutscher Verband für Schweißen und Verwandte Verfahren e.V. -DVS-:
Schweißen in der Maritimen Technik und im Ingenieurbau : 19. Tagung, 24. und 25. April 2019, Hamburg
Hamburg: GSI SLV Nord, 2019
pp.34-46
Tagung Schweißen in der Maritimen Technik und im Ingenieurbau <19, 2019, Hamburg>
German
Conference Paper
Fraunhofer IPK ()
elektromagnetische Schmelzbadunterstützung; Laser-Hybridschweißen; Schweißen von kaltzähen Stählen

Abstract
Die steigenden Anforderungen in Hinsicht auf Sicherheitsfaktoren von gefügten Bauteilen führen zu einer Zunahme der zu schweißenden Bauteildicken. Das Laserstrahl-Lichtbogen-Hybridschweißverfahren – verbreitet im industriellen Einsatz vor allem im Schiffs- und Windkraftanlagenbau – ermöglicht das einlagige Fügen von dickwandigen Strukturen. Eine Herausforderung stellt das Schweißen von dickwandigen Bauteilen mit reduzierter Geschwindigkeit in Wannenlage (PA-Position) da. Sie ist aufgrund des erhöhten hydrostatischen Druckes und die daraus resultierenden Tropfenbildung an der Wurzelseite bedingt realisierbar. Die im Rahmen dieser Studie eingesetzte elektromagnetische Schmelzbadunterstützung wirkt dem gravitationsbedingten Austropfen der Schmelze entgegen und kompensiert den hydrostatischen Druck. Dabei werden unterhalb der Schweißzone mit Hilfe eines extern angelegten oszillierenden Magnetfeldes Wirbelströme im Werkstück induziert, die eine nach oben gerichtete Lorentzkraft erzeugt. Die Lorentzkraft wirkt dem hydrostatischen Druck entgegen und stellt einen sicheren Schweißprozess ohne Tropfenbildung dar. Mit dem Hybridschweißverfahren mithilfe der elektromagnetischen Schmelzbadunterstützung gelingt es mit einem 20-kW Faserlaser bis zu 30 mm dicke Bleche in einer Lage zu schweißen. Bei 25 mm dicken einlagig geschweißten Platten aus S355 konnte ein Spalt bis 1 mm und ein Kantenversatz bis zu 2 mm sicher überbrückt werden. Die Reduzierung der Schweißgeschwindigkeit hat eine Verringerung der notwendigen Laserleistung zur Folge und begünstigt außerdem die mechanisch-technologischen Eigenschaften, infolge der reduzierten Abkühlgeschwindigkeit. Durch die geringe Martensitbildung führt dies zu einer Verbesserung der Kerbschlagzähigkeit.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-577700.html