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Kommunikation als Gefahr: Nutzerreaktion auf Nachrichten mit verdächtigen Links per E-Mail und Facebook

Communication as a threat: Users’ reactions to email and Facebook messages with suspicious links
 
: Gassmann, F.; Benenson, Z.; Landwirth, R.

:

Österreichische Zeitschrift für Soziologie : ÖZS 44 (2019), Supplement 1, pp.135-155
ISSN: 1011-0070 (Print)
ISSN: 1862-2585 (Online)
German
Journal Article
Fraunhofer SIT ()

Abstract
Links in Nachrichten können ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen, da sich dahinter Schadsoftware oder Phishing-Versuche verbergen können. In der Soziologie wurde Phishing, im Gegensatz zur Informatik, bislang kaum untersucht. Mithilfe eines Feldexperiments (n = 1255) sowie einer standardisierten Online-Befragung (n = 716) werden zum einen die Reaktionen von Personen, die eine Nachricht einer nichtexistierenden Person mit einem Link über Facebook oder E Mail erhalten haben, empirisch durch multiple logistische Regressionsverfahren verglichen. Zum anderen wird der Versuch einer ersten theoretischen soziologischen Betrachtung mittels des Modells der Frame-Selektion unternommen.
Es zeigt sich, dass 20 % der Empfänger auf E Mail-Phishing-Nachrichten reagierten; bei Nachrichten über Facebook liegt dieser Anteil mit 42 % fast doppelt so hoch. Generell reagieren neugierige Probanden eher auf die Nachrichten. Entgegen den Annahmen des theoretischen Modells klicken Personen, die der Nachricht mehr Aufmerksamkeit schenken, eher auf den Link. Das Wissen um mögliche Gefahren durch Anhänge von E Mails gepaart mit einer hohen Aufmerksamkeit führt in Übereinstimmung mit den theoretischen Überlegungen dazu, dass eher nicht angeklickt wird.

 

Links in messages can imply a significant security risk because they may contain malware or phishing attempts. In contrast to computer science, phishing has rarely been studied in sociology. Using a field experiment (n = 1255) and a standardized online survey (n = 716), reactions of people who received a Facebook or email message with a link from a non-existing person were empirically compared using multiple logistic regressions. Further, the frame selection model was used to propose a first theoretical sociological approach.
The results showed that, for emails, 20% of recipients responded to phishing messages while, for Facebook, the percentage more than doubled, with 42%. In general, curious readers clicked on the link more often. Contrary to the assumptions of the theoretical model, people who pay more attention to the message are more likely to click on the link. In accordance with the theoretical model, knowledge about possible dangers via email attachments paired with high attention lead to non-clicking.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-558529.html