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Zukunft gestalten

Design Fiction als Methode für partizipative Foresight-Prozesse und bidirektionale Wissenschaftskommunikation
 
: Heidingsfelder, Marie

:
Fulltext urn:nbn:de:kobv:b170-11578 (4.4 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: 8efb2bc6592bb65b011f193415791286
(CC) by-nd
Created on: 13.12.2018


Berlin, 2018, 248 pp.
Berlin, Univ., Diss., 2018
URN: urn:nbn:de:kobv:b170-11578
Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF
16I1639; Shaping Future
Methodische Erweiterung und Validierung des Vorgehensmodells zur partizipativen Gestaltung bedarfsorientierter Technologieoptionen mit "Nicht-Experten"
German
Dissertation, Electronic Publication
Fraunhofer IAO ()
Zukunft; Zukunftsforschung; Techniksoziologie; Design Fiction

Abstract
Zukunft gestalten – unter diesem Titel untersucht die vorliegende Arbeit den Einsatz von Design Fiction als Methode für partizipative Foresight-Prozesse und eine bidirektionale Wissenschaftskommunikation. Der im Design und der Designwissenschaft entwickelte Ansatz Design Fiction wird damit im Kontext von Forschungsfeldern untersucht, die sich zumeist auf forschungsstrategischer Ebene mit der Schnittstelle von Technologie und Gesellschaft beschäftigen. Der Begriff „Zukunft gestalten“ beinhaltet sowohl die Möglichkeit, durch Design Fiction konkrete und haptische Gestaltungsoptionen für zukünftige Technologie darzustellen, als auch das Ziel von Foresight-Prozessen, Szenarien für zukünftige soziotechnische Lebenswelten zu entwerfen und (den wünschbaren Zukünften) entsprechende Ressourcen in der Gegenwart zu mobilisieren. Das Ziel, Design Fiction als Methode der Wissenschaftskommunikation zu nutzen, bezieht sich vor allem auf die Kommunikation neuer Technologien und Forschungsfelder – das heißt Bereiche, die von Unsicherheit, Komplexität und Ambivalenz geprägt sind. Für beide Bereiche, Foresight und Wissenschaftskommunikation, wird Design Fiction als Methode betrachtet, mögliche technologische Entwicklungspfade anhand von Prototypen zu materialisieren und diese als Basis für „ernsthafte Spekulationen“ zu nutzen – und das nicht nur im Kreis von Technologie-Expertinnen und -experten, sondern auch unter Einbezug der Gesellschaft. Indem die Dissertation die Bedeutung der Gesellschaft in der Entwicklung zukünftiger Technologien hervorhebt, folgt sie Theorien und Ansätzen, die das Verhältnis von Technologie und Gesellschaft, beziehungsweise von Mensch und Technik als interdependent, co-evolutiv und co-konstruktiv beschreiben. Sie geht davon aus, dass Technologien und soziale Praktiken in soziotechnischen Systemen eng miteinander verwoben sind und dass die Gesellschaft deshalb auch in die Entwicklung zukünftiger Technologien eingebunden werden muss. Dafür, das ist die zentrale These dieser Arbeit, bietet Design Fiction zwei Ansatzpunkte: Erstens, indem es als Methode partizipativer Foresight-Prozesse „forschungsfernen“ Menschen ermöglicht, ihren Bedarfen und Perspektiven in Bezug auf neue Technologien eine Gestalt zu geben; und zweitens, indem es technologischen Entwicklungspfaden eine Form geben kann, mit der technologische, aber auch soziale und ethische Implikationen frühzeitig an die Gesellschaft kommuniziert und mit dieser diskutiert werden können. Die Neuartigkeit des in dieser Dissertation entwickelten Ansatzes kann anhand von drei Punkten herausgestellt werden: Erstens in der Verknüpfung interdisziplinärer, theoretischer und praktischer Ansätze aus der Technikphilosophie und der Techniksoziologie, der Innovations- und Governance-Forschung und der Designwissenschaft zu einem neuen designbasierten Ansatz für eine bidirektionale Wissenschaftskommunikation anhand von Design-Fiction-Prototypen. Zweitens in der praktischen Anwendung und empirischen Untersuchung von Design Fiction in partizipativen Workshops und in einer Ausstellung, die den bisher meist konzeptionellen Ansatz Design Fiction empirisch untersucht, Handlungsempfehlungen ableitet und ihn somit validiert. Und drittens am Zeithorizont des Ansatzes, der über die Entwicklung konkreter Produkte und Dienstleistungen – wie sie im Bereich des partizipativen Designs bereits etabliert ist – hinausgeht und Design-Methoden auch im Bereich von Technologie-Foresight-Prozessen nutzt.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-523913.html