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Methodisches Entwickeln von Diensten für Kooperationen am Beispiel der Zusammenarbeit in der öffentlichen Verwaltung

 
: Wiedeler, M.

Berlin, 2006
Berlin, TU, Diss., 2006
German
Dissertation
Fraunhofer ISST ()
Dienst; Kooperation; Geschäftsprozeß; Service Komposition; SaaS

Abstract
Durch die Globalisierung und Dynamik des Wettbewerbs ist die Fähigkeit eines Unternehmens flexibel, arbeitsteilig und effizient als Partner in Wertschöpfungsketten agieren zu können wettbewerbskritisch geworden. So ist die Fähigkeit zur Kooperation und diese dynamisch gestalten zu können für Unternehmen existenziell. Ausgehend von dieser Fragestellung wird in dieser Arbeit ein Konzept zur Modellierung und informationstechnischen Unterstützung kooperativer Arbeit entwickelt. Grundsätzliche Eigenschaften des Ansatzes sind: - Modellierung, systematische und sukzessive Spezifikation von Kooperationsprozessen durch verschiedene Benutzergruppen - strikte Service Orientierung. Dazu werden aus den Prozessen für Aktivitäten entsprechende Dienste bestimmt, die von den Partnern der Kooperation zur Zusammenarbeit genutzt werden können. Dienste als autonome Leistungen sollen als gemeinsam genutzte Dienstleistung auch die koordinierenden Aufgaben unterstützen, welches gezeigt wird am Beispiel der öffentlichen Verwaltung, in der viele Aufgaben schon durch z.B. gesetzliche Vorgaben definiert sind. In der Prozessmodellierung werden Aktivitäten weiter in Aufgaben und Aktionen unterschieden. Die komplexeren Aufgaben werden von Diensten unterstützt und die Aktionen durch Basisdienste. Dienste unterstützen somit immer den die Aufgabe beschreibenden Teilprozess. Für die Autonomie des Dienstes muss diese Beschreibung alle notwendigen Informationen umfassen, wie z.B. Ablauf, Informationen, Stakeholder. Für die Organisation, Entwicklung und Nutzung von Diensten werden drei Rollen unterschieden: Der Diensteanbieter als Realisierer und Anbieter der Dienste, die Diensteanwender als die Partner der Kooperation, die die Dienste nutzen und der Domain Engineer, der für die Definition der Dienste und die konsistente Umsetzung verantwortlich ist. In einem in der Arbeit entwickelten Lebenszyklusmodell für Dienste analysiert der Domain Engineer aufgrund seines Domänen spezifischen Wissens die Prozesse und identifiziert Aufgaben, die sich für die Unterstützung mit Diensten eignen. Damit kann es sich um allgemeine "best of breed" Lösungen für eine Domäne handeln. Diese Dienste und auch die notwendigen Basisdienste beschreibt er für den Diensteanwender aber auch für den Realisierer / Diensteanbieter. Der Diensteanwender kann sich aufgrund der Beschreibung einen Dienst auswählen, der Diensteanbieter aufgrund der Beschreibung einen Dienst realisieren. Nach der Initialisierungsphase, d.h. der Auswahl und der individuellen Anpassung des Dienstes wird er von den Diensteanwendern genutzt. Im Nachgang zu dieser Betriebsphase kommt eine Auswertungsphase, in der der Domain Engineer die Nutzung des Dienstes analysiert, um Verbesserungen an den Diensten vornehmen zu können. Somit wird ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess sichergestellt. Das Beschreibungsmodell für Dienste umfasst drei Ebenen: Fachliche Beschreibung, IT- technische Beschreibung und Realisierungsbeschreibung. Auf den ersten beiden Ebenen werden die Dienstemodelle soweit angereichert, dass die Realisierungsbeschreibung als Coderahmen daraus generiert werden kann. Somit wird die Konsistenz zwischen den Ebenen gewährleistet. Exemplarisch umgesetzt wird der Ansatz durch die Definition von Dienstemodellen auf Basis von FUNSOFT-Netzen und die Generierung von WSDL und BPeL Beschreibungen für die Realisierung. Das domänenspezifische Dienste-Referenzmodell zeigt die Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Diensten auf, denn komplexere Dienste können aus weniger komplexen Diensten komponiert werden. Mit der Entwicklung eines Modellbaukasten werden Geschäftsprozessmodelle genutzt, um damit Dienste für eine Domäne zu erstellen. Die konsistente Beschreibung der Dienste ermöglicht es, im Rahmen eine Serviceorientierung Dienste als Dienstleistungen anzubieten, wie es z.B. mit dem Konzept Software as a Service (SaaS) vorgesehen ist.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-51883.html