Fraunhofer-Gesellschaft

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Lernende virtuell vernetzen

 
: Fuchs-Kittowski, F.

Loroff, C.; Manski, K.; Mattauch, W.; Schmidt, M.:
Arbeitsprozessorientierte Weiterbildung. Lernprozesse gestalten - Kompetenzen entwickeln
Bielefeld: Bertelsmann, 2006
ISBN: 3-7639-3445-6
ISBN: 978-3-7639-3445-4
pp.303-320
German
Book Article
Fraunhofer ISST ()
Vernetzung; Arbeitsprozeß; Weiterbildung; Kooperation

Abstract
Der Bedarf und die Notwendigkeit der Vernetzung von Lernenden ergeben sich aus dem Arbeitsprozess heraus. Durch das Auftreten von Herausforderungen bei einer Weiterbildung im Arbeitsprozess ist häufig eine hohe Motivation der Lernenden zur Interaktion gegeben. Eine IT-Unterstützung muss es den Beteiligten ermöglichen, entsprechend des konkreten Bedarfs aus dem Arbeitsprozess heraus selbst Netzwerke zu schaffen und in diesen zu interagieren. In diesem Beitrag wird die Frage, wie man Lernende geeignet (IT-technisch) vernetzt, weniger aus der Perspektive der Pädagogik des Lernens, sondern vielmehr aus der Perspektive der Bewältigung konkreter Herausforderungen des Arbeitsprozesses betrachtet. Dabei wird vor allem den Fragen nachgegangen: Welche Kooperationsformen treten im Arbeitsprozess auf und lassen sich unterscheiden? Wie kann und sollte man diese informations- und kommunikationstechnisch unterstützen? Dazu werden exemplarisch drei Vernetzungs- bzw. Kooperationsszenarien von Lernenden vorgestellt, die im Rahmen des Projekts WiKo in Unternehmen identifiziert und untersucht wurden. Diese Szenarien führen zu einer Unterscheidung in drei Kooperations- bzw. Gruppenformen Team, Community und Netz - deren verschiedene Eigenschaften und Merkmale kurz diskutiert werden. Die analysierten Szenarien zeigen aber auch deutlich, dass in der Praxis eine Integration der identifizierten Kooperationsformen - trotz unterschiedlicher Merkmale und Anforderungen an eine IT-Unterstützung - erforderlich ist. Aus dieser Analyse werden Anforderungen an eine adäquate IT-Unterstützung abgeleitet. Abschließend wird mit der WiKo-Anwendung ein IT-Werkzeug vorgestellt, das die genannten Anforderungen erfüllt und die verschiedenen Gruppenformen integriert unterstützt. Die WiKo-Anwendung ermöglicht zum einen das individuelle, prozess orientierte Lernen im Arbeitsprozess und darauf aufbauend zum anderen die flexible Vernetzung von und Interaktion zwischen Lernenden entsprechend der konkreten Situation im Arbeitsprozess. Die WiKo-Anwendung kann für Aus- und Weiterbildungen im Arbeitsprozess sinnvoll eingesetzt werden. Sie wurde zunächst mit und für mittlere und große Unternehmen konzipiert und entwickelt. Die Frage, inwieweit diese IT-Unterstützung auch für kleinere Unternehmen geeignet ist, ist noch unklar und muss überprüft werden.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-50809.html