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Bauphysikalische Eigenschaften und Beanspruchung von Putzoberflächen und Anstrichstoffen

Hygrothermal properties and loads of renderings and coatings
 
: Künzel, H.M.; Fitz, C.

Gänßmantel, J.:
Vorträge zum Hindelanger Baufachkongress 2006. Ganzheitliche Bausanierung und Bauwerkserhaltung nach WTA : Sonderheft zum Hindelanger Baufachkongress 2006
München: WTA, 2006 (WTA-Schriftenreihe 28)
ISBN: 3-937066-04-9
pp.49-72
Hindelanger Baufachkongress <2006, Hindelang>
German
Conference Paper
Fraunhofer IBP ()
Oberflächentauwasser; Feuchteschutz; Aussenputz; Anstrich; Schlagregen

Abstract
Die bauphysikalische Beanspruchung ist ein wesentlicher Faktor für die Auswahl und Lebensdauer von Außenputzen und Anstrichstoffen. Neben den Witterungsbedingungen Temperatur, Strahlung (orientierungsabhängig) und Luftfeuchte wirken häufig auch noch äußere oder innere Feuchtequellen (z.B. Schlagregen, Baufeuchte, Oberflächenbetauung) auf die Fassade ein. Zusammen mit den Trocknungsbedingungen und Substrateigenschaften stellen sie die Randbedingungen für den Feuchtehaushalt von Putz- und Anstrichsystemen dar. Da eine hohe Feuchtebeanspruchung Frostschäden oder mikrobiologischen Bewuchs zur Folge haben kann, sollte die feuchtetechnische Reaktion der Fassade auf die entsprechenden Randbedingungen zugeschnitten werden. D.h. die hygrothermischen Materialeigenschaften von Putz- und Anstrichsystemen sind für den geplanten Einsatz anzupassen bzw. zu optimieren.
Umfangreiche Freilandversuche haben gezeigt, dass die Art der Feuchtebeanspruchung für das richtige Eigenschaftsprofil der Oberflächensysteme entscheidend ist. Während beispielsweise eine hydrophobe Beschichtung einen wirksamen Schlagregenschutz darstellt, kann sie die Tauwasserbildung durch nächtliche Unterkühlung nicht verhindern. Im Gegenteil, die Hydrophobie sorgt sogar dafür, dass das Wasser an der Oberfläche haften bleibt und dadurch eventuell vorhandenen Mikroorganismen zur Verfügung steht. Will man die Tauwasserbildung reduzieren, müssen die thermischen Eigenschaften der Fassaden, wie z.B. die Wärmekapazität des Putzsystems oder der langwellige Emissionsgrad des Oberflächenanstrichs modifiziert werden. Im vorliegenden Beitrag wird die bauphysikalische Beanspruchung von Putzoberflächen und Anstrichstoffen in Abhängigkeit von deren Exposition und den thermischen Eigenschaften der Wandkonstruktion analysiert und mit Hilfe von Messergebnissen quantifiziert. Gleichzeitig wird untersucht mit welchen Strategien der Feuchteschutz von Fassadensystemen in Zukunft verbessert werden kann.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-42957.html