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Industrie 4.0 - Chancen und Perspektiven für Unternehmen der Metropolregion Rhein-Neckar

Studie im Auftrag der Industrie- und Handelskammern Rhein-Neckar, Pfalz und Darmstadt Rhein Main Neckar erstellt durch das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
 
: Jäger, Jens; Görzig, David; Paulus-Rohmer, Dominik; Schatton, Heike; Baku, Sina; Weskamp, Markus; Lucke, Dominik
: Jäger, Jens; Schöllhammer, Oliver; Lickefett, Michael

Mannheim: IHK Rhein-Neckar, 2015, 63 pp.
German
Study
Fraunhofer IPA ()
Industrie 4.0; Variantenvielfalt; Variantenfertigung; Unternehmensforschung; Unternehmensanalyse

Abstract
Die Produktion der Zukunft wird durch immer kürzere Produktlebenszyklen, eine steigende Variantenvielfalt sowie kurzfristige, durch den Kunden ausgelöste Produktionsprogrammänderungen geprägt sein. Hierdurch ergeben sich zahlreiche neue Herausforderungen für Unternehmen. Kernkompetenzen wie Innovationsfähigkeit und schnelle Umsetzung sind entscheidend für die zukünftige Sicherung des gesellschaftlichen Wohlstands durch eine nachhaltige und reale Wertschöpfung. Eine Antwort auf diese veränderten Rahmenbedingungen bietet die Verschmelzung von Informationstechnologien mit anderen Technologiefeldern wie dem Maschinenbau, dem Fahrzeugbau etc., wie sie durch den Begriff Industrie 4.0 beschrieben wird. Unternehmen, welche sich diesen neuen Entwicklungen verschließen, werden angesichts des steigenden Konkurrenzdrucks langfristig nicht wettbewerbsfähig bleiben können.
Die Metropolregion Rhein-Neckar könnte durch den breiten Branchenmix und die starke Wirtschaftskraft der Region in besonderem Maße von den Potenzialen, welche durch Industrie 4.0 entstehen, profitieren. Viele mittelständische Unternehmen der Metropolregion Rhein-Neckar wünschen sich eine klare Vorstellung des Begriffs Industrie 4.0 hinsichtlich Inhalt und Umsetzung. Die Ursache hierfür liegt darin, dass aktuell verfügbare Literatur das Thema entweder nur theoretisch darstellt oder einzelne Anwendungsfälle in Form von Technologien präsentiert. Daher ist es notwendig, das Thema Industrie 4.0 praxisnah und klar zu strukturieren. In den Unternehmen muss aber auch das Bewusstsein geschaffen werden, dass es keine allgemeingültige Industrie 4.0-Lösung gibt, sondern Anwendungen situationsspezifisch je nach Geschäftsmodell oder Prozess ausgewählt werden müssen. Hieraus leitet sich die Notwendigkeit ab, die Unternehmen bei der Identifikation eigener Industrie 4.0-Ansätze und -Lösungen zu unterstützen. Darüber hinaus ist es erforderlich, den Unternehmen durch konkrete unternehmensspezifische Anwendungsfälle und deren Umsetzung Impulse zu liefern.
Diese Studie soll aufzeigen, wie vertraut die Unternehmen der Metropolregion Rhein-Neckar mit Industrie 4.0 sind, wo Herausforderungen und Risiken gesehen werden und an welcher Stelle Unterstützung gebraucht wird. Das Ziel für Unternehmen sollte sein, die Chancen der neuen Technologien zu erkennen und diese zu ergreifen. Hierzu erhalten die Unternehmen in dieser Studie Best Practice Beispiele aus der Region und konkrete Handlungsempfehlungen. Industrie 4.0 wirkt sich jedoch nicht nur auf die Unternehmen aus. Auch die Regionalentwicklung der Metropolregion Rhein-Neckar und die Industrie- und Handelskammern müssen auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren. Daher gibt die Studie auch Handlungsempfehlungen für die Regionalentwicklung und beleuchtet die Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Arbeit der IHKs.
An der Erstellung dieser Studie waren über 200 Unternehmen aus der Metropolregion Rhein-Neckar und den angrenzenden Gebieten Westpfalz und Großraum Darmstadt beteiligt. Für die Studie wurden 34 Unternehmen in persönlichen Interviews und 161 Unternehmen in einer Onlineumfrage befragt. An einem Workshop im Rahmen der Studie waren 25 Unternehmen beteiligt. Ergänzend wurde die Wirtschafts- und Wissenschaftsstruktur der Metropolregion Rhein-Neckar auf Basis von Datenbankenanalysen und Literaturrecherchen untersucht.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-421337.html