Fraunhofer-Gesellschaft

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Arzneimittelinteraktionen in der Schmerztherapie

Drug interactions in pain therapy
 
: Syhr, K.M.J.; Oertel, B.G.; Geisslinger, G.

:

Der Schmerz 10 (2015), No.4, pp.595-603
ISSN: 0932-433X (Print)
ISSN: 1432-2129 (Online)
German
Journal Article
Fraunhofer IME ()

Abstract
Hintergrund
Schmerz ist einer der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch. Chronische Schmerzpatienten leiden häufig an Komorbiditäten, wie z. B. Depressionen oder Angstzuständen, und werden daher oft gleichzeitig mit mehreren Arzneimitteln therapiert. Mit jedem Arzneistoff nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Arzneimittelinteraktion zu.
Material und Methoden
Es erfolgte eine systematische Internet- und Literaturrecherche bis Stand Februar 2015. Hierbei wurden unter anderem systematische Aufstellungen berücksichtigt. Darüber hinaus wurden die entsprechenden Fachinformationen verwendet und via Pubmed und google.com nach den Arzneistoffen einzeln bzw. in Kombination gesucht, um substanzspezifische Interaktionen zu finden.
Ergebnisse
Man unterscheidet pharmazeutische, pharmakodynamische und pharmakokinetische Arzneimittelinteraktionen. Pharmazeutische Interaktionen entstehen durch chemische, physikalische oder physikochemische Inkompatibilitäten der verwendeten Arzneistoffe bzw. Hilfsstoffe. Sie können bereits außerhalb des Organismus stattfinden oder während der gleichzeitigen Verabreichung über den gleichen Applikationsweg. Eine pharmakodynamische Interaktion in der Schmerztherapie ist z. B. der additiv sedierende Effekt von Opioiden und Benzodiazepinen, wenn sie gleichzeitig verabreicht werden. Pharmakokinetische Interaktionen gibt es bei der Absorption, der Verteilung, dem Metabolismus und bei der Elimination von Substanzen.
Schlussfolgerung
Viele Arzneimittelinteraktionen können durch sorgfältige und kontinuierliche Evaluation der Pharmakotherapie und – falls notwendig – deren Anpassung verhindert werden. Hierzu sind fundierte Kenntnisse der zugrunde liegenden pharmakologischen Mechanismen sowie der Eigenschaften einzelner Substanzen nötig.

 

Background: Pain is one of the most common reasons for consulting a physician. Chronic pain patients often suffer from a variety of comorbidities, such as depression and anxiety and they are therefore often simultaneously treated with more than one drug. The probability of drug interactions increases with every additional drug.
Material and methods: A systematic internet and literature search up to February 2015 was carried out. Systematic lists were included. In addition, the drug prescription information sheets were used and an internet search via Pubmed and google.com was carried out for drugs alone and in combination in order to find substance-specific interactions.
Results: A differentiation is made between pharmaceutical, pharmacodynamic and pharmacokinetic drug interactions. Pharmaceutical interactions are caused by chemical, physical or physicochemical incompatibility of drugs or adjuvants used. These can even occur outside the body and during concomitant admini stration via the same route. A pharmacodynamic interaction in pain management is for example the additive sedative effect of opioids and benzodiazepines when taken together. Pharmacokinetic interactions occur during the absorption, distribution, metabolism and in the elimination phases.
Conclusion: Many drug interactions can be avoided by careful and continuous evaluation of pharmacotherapy and if necessary its adaptation; however, a sound knowledge of the underlying pharmacological mechanisms and the properties of currently used analgesics is necessary.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-418347.html