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Energielabel als marktorientiertes umweltpolitisches Instrument in Deutschland

 
: Gruber, E.; Jäkel, M.; Bush, E.

Zeitschrift für Energiewirtschaft (1999), No.2, pp.147-153
ISSN: 0343-5377
ISSN: 1866-2765
German
Journal Article
Fraunhofer ISI ()
elektronisches Gerät; Energiebedarf; Energieeinsparung; Energieverbrauch; Kennzeichnung; Marketingstrategie; Umweltfreundlichkeit; Umweltpolitik; Verbraucherverhalten; Flachbildschirm; Energielabel; Elektrogerät; marketing; Länderbericht

Abstract
Ein großes Energieeinsparpotential wird im Bereich des Leerlaufstromverbrauchs gesehen. Zur Reduzierung der Leerlaufverluste gibt es drei Möglichkeiten: 1. Beschaffung energieeffizienter Geräte, 2. kostengünstige Nachrüstungen und 3. angepaßtes Nutzerverhalten. Priorität hat die effiziente Technik, denn sie spart Energie ohne weiteres Zutun, während energiesparendes Verhalten ständig aktiviert werden muß. Die Kennzeichnung von Elektrogeräten nach ihrem Stromverbrauch ist ein marktorientiertes Instrument, um auf der Nachfrageseite Transparenz zu schaffen und die Kaufentscheidung zu vereinfachen. Die gegenwärtige Energiepolitik in Deutschland und Europa setzt auf freiwillige, marktorientierte Maßnahmen, um die Energieeffizienz der Elektrogeräte zu erhöhen. Die Gemeinschaft Energielabel Deutschland (GED-Label) arbeitet seit ca. 1,5 Jahren an der Einführung eines Auszeichnungslabels für besonders energieeffiziente Geräte aus den Bereichen Informations- und Unterhaltungselektronik. Die Arbeit der GED erfolgt nach dem Vorbild des Schweizer Programms Energie 2000 und beruht auf einer freiwilligen Zusammenarbeit zwischen Herstellern und der GED. Um den Herstellern den Einstieg in das Auszeichnungssystem leicht zu machen, bemüht sich die GED um eine europaweite Vereinheitlichung der Prämierungsprozeduren. Durch das Energielabel für elektronische Geräte sollen die Absatzchancen energieeffizienter Geräte im Markt erhöht werden. Die Auswirkungen auf den Stromverbrauch, die eine Entscheidung für ein energieeffizientes Gerät haben kann, wird an einem Fallbeispiel verdeutlicht. Das Energielabel vereinfacht diese Entscheidung in erheblichem Maße. Wesentlich ist in der Zukunft, im Zusammenwirken vieler Akteure, wie Hersteller und Importeure, Handel, Großeinkäufer, Medien, Energieberater und Bildungsträger, das GED-Label möglichst flächendeckend bekannt machen.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-4174.html