Fraunhofer-Gesellschaft

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Methodenforschung zur Gestaltung von Mensch-Maschine-Interaktion für 3D-Technologien aus Sicht der Produktionstechnik

 
: Kuhl, Michael; Kluge, Marlene; Krause, Sabine

TU Chemnitz; TU Chemnitz, Fakultät Maschinenbau:
Innteract Conference 2016 "3D SENSATION" - transdisziplinäre Perspektiven : 22.-24.06.2016, Chemnitz
Chemnitz: aw&l Wissenschaft und Praxis, 2016
ISBN: 978-3-944192-07-9
pp.93-103
Conference "3D SENSATION" <2016, Chemnitz>
German
Conference Paper
Fraunhofer IWU ()
Mensch-Maschine-Interaktion; 3D-Technologien

Abstract
Bei der Entwicklung von Mensch-Maschine-Interaktionstechnologien wird es zukünftig weit stärker als heute ein Aspekt sein, neben der rein technischen Entwicklung gleichzeitig parallelgeschaltet nichttechnologische Gesichtspunkte mit einzubeziehen. Technische und nichttechnische Themen müssen dabei vor allem interagierend betrachtet werden, um neben einer schnellen Etablierung von Produkten im Markt auch deren dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.
Die Einführung von Google-Glasses kann als Beispiel dienen: die Entwicklung einer Technologie wurde vor dem Hintergrund eines sich abbildenden Marktes in einer abgegrenzten und technikaffinen Zielgruppe vorangebracht. Technologie, Produkt und Kunden wurden aufeinander abgestimmt. Usability und Nutzer-Akzeptanz wurden während der Produktenwicklung durchaus beachtet. Nicht beachtet wurde hingegen die Akzeptabilität - also das Verhalten der Menschen als Gesellschaft. Die nicht vorhandene Akzeptabilität gegenüber dem Produkt führte letztendlich zu einem Scheitern der Google-Glasses bereits während der Einführungsphase auf dem amerikanischen Markt.
Eine gleiche, wenn nicht gar höhere Notwendigkeit der interdisziplinären Beachtung gilt bei der Entwicklung von 3D-Datenaufnahme-, Verarbeitungs- und 3D-Visualisierungstechnologien. "3D" ist, gerade im Kontext der Produktionstechnologien, mehr als die räumliche Erfassung und Darstellung von Objekten. Der Mensch will 3D-Objekte anwenden, er will sie erfassen, anfassen, er will in 3D-Räumen agieren und Raum und Objekte verändern. Dies muss in Zukunft so intuitiv geschehen, dass es eine Bereicherung seiner Arbeit sowie Lebensumgebung gegenüber bisherigen Technologien ist. Aus der neuen Qualität aufkommender 3D-Techniken lässt sich postulieren, dass bislang vorhandene Methoden zur Gestaltung der Mensch-Maschine-Interaktion deutlich erweitert werden müssen. Es gibt bereits vielfältige Untersuchungen im Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion, beispielsweise hinsichtlich Kommunikation und Sicherheitsaspekten. Fehlend sind Erkenntnisse, die eine branchenübergreifende Ableitung zur Systemgestaltung und einer sicheren Menscherkennung ermöglichen. Das Fraunhofer IWU und die Professur für Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der TU Chemnitz erarbeiten im Rahmen BMBF-geförderten Allianz 3Dsensation bedarfsfeldübergreifende Methodenansätze. Das Paper beschäftigt sich mit dieser Thematik und stellt erste Ansätze im Sinne der Szenarienauswahl vor.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-408783.html